Ausnahmezustand?

Wenn man intensiv die Wiener Zeitungen der letzten Tage verfolgt, dann kommt man fast nicht umhin einen bevorstehenden Ausnahmezustand zu befürchten: Von „Demonstrationszügen“, „Platzsperren“ und „Vermummungsverbot“ ist da die Rede, „Ausschreitungen“ werden befürchtet und die Polizei rät der Bevölkerung, bestimmte Bereiche der Innenstadt „nach Möglichkeit zu meiden“.

Was ist aber der Grund für diese mediale Aufregung? Will Wladimir Putin etwa den „Life Ball“ verbieten? – Nein, keine Sorge! Mit einem Ball hat es aber sehr wohl zu tun, mit dem „Akademikerball“ nämlich. Der findet diesen Freitag zum zweiten mal in der Wiener Hofburg statt, für gewisse ewiggestrige Elemente ist diese Tanzveranstaltung aber gewissermaßen ein – vorsicht Wortspiel – rotes Tuch.

Der Akademikerball ist nämlich die von der FPÖ ausgerichtete Nachfolgeveranstaltung des „WKR-Balles“, also der traditionellen Ballveranstaltung der Burschenschaften, der 2012 auf Betreiben links-gutmenschlicher Krypto-Faschisten letztmalig in den Räumlichkeiten der Wiener Hofburg stattfinden durfte. (Ich habe viel darüber geschrieben, siehe die hier gelisteten Artikel: WKR)

In diesem Zusammenhang sind auch die eingangs aufgezählten Schlagworte erklärbar, schließlich haben Ausschreitungen bei diesem Wiener Ball schon nahezu „Tradition“. Klar – immerhin tanzen hier ganz böse „Rechte“, das gilt es von seiten der moralisch ja in jedem Fall überlegenen „Linken“ unbedingt zu verhindern!

Zu diesem Behufe finden einige Veranstaltungen gegen diesen Ball statt, bezeichnende Namen wie „Unseren Hass den könnt ihr haben!“ (auf dem dazugehörigen Plakat ist übrigens ein Polizist abgebildet) lassen erahnen, daß da ein bisserl mehr passieren soll als Kerzerlschwenken. Immerhin gab es ja im Vorjahr auch ganz erhebliche Ausschreitungen, Ballbesucher und Polizisten wurden attackiert, das Resumé des Wiener Polizeipräsidenten war mir einen eigenen Artikel wert: Wer sich in Gefahr begibt…

Als hätten wir in Österreich nicht genügend einschlägige Volltrottel, so werden dieses Jahr auch noch Chaoten aus dem Ausland importiert: Neben Gesindel aus der Hamburger Hausbesetzerszene haben sich auch noch Autobusse aus Berlin, Göttingen, Leipzig, München und Köln angesagt, all diese aufgeklärten Leute werden zur NOWKR-Demonstration erwartet. (Den Link dazu setze ich ganz bewußt, das muß man nämlich gelesen haben um es zu glauben…)

Es ist zu hoffen, daß die Polizei in diesem Jahr gleich von Anfang an mit der gebotenen Härte gegen radikale Gewalttäter vorgehen wird, daß das Vermummungsverbot durchgesetzt wird und daß friedliche Ballbesucher – und natürlich auch gänzlich unbeteiligte Passanten – den Freitagabend unbeschadet überstehen werden. Daran wird man die Einsatzkräfte, daran wird man den Polizeipräsidenten Pürstl, messen, das muß klar sein!

Das betrifft natürlich in erster Linie die gewalttätigen bzw. gewaltbereiten Demonstranten, wenn irgendwelche Gutmenschen (davon ist es übrigens nicht mehr weit zum Bessermenschen und dann zum Herrenmenschen) unbedingt meinen, gegen eine harmlose Ballveranstaltung demonstrieren zu müssen, dann sollen sie das machen. Dann sollen sie sich aber auch klar, eindeutig und nachhaltig von jenen distanzieren, die Gewalt als Mittel der Auseinandersetzung wählen. Sonst gilt nämlich der alte Spruch: „Wer sich mit Hunden ins Bett legt, der wacht mit Flöhen auf“! (Abgewandelt auf diese Situation: „Wer mit linken Gewalttätern demonstriert, der hat nachher mehr Läuse als zuvor!“)

Es ist ja ganz bezeichnend, welche Organisationen sich am Protest gegen diese Ballveranstaltungen beteiligen: Beispielhaft seien hier die „Aktion kritischer Schüler_innen“, die „GPA-djp Jugend“, die KPÖ oder die „Sozialistische Jugend Wien“ (immerhin die erste Karrierestation unseres Bundeskanzlers) genannt. (Eine Liste findet man hier)

Ich bin grundsätzlich kein Ballgeher, also werde ich auch in diesem Jahr den Akademikerball auslassen. Ich bin aber versucht, einen anderen Grundsatz zu brechen: „Don’t go to stupid places!“ – Das Spektakel würde ich mir nur allzu gerne ansehen. Aus blutdruckschonenden Gründen werde ich davon aber wohl Abstand nehmen.

P.S.: Auch die unsägliche „Österreichische Höchschülerschaft – ÖH“ (oder so ähnlich) ist ganz strikt gegen ein Platzverbot auf dem Heldenplatz, ein gewisser Bernhard Lahner fordert (gewiss bebender Stimme): „Der Held_innenplatz muss, wie in den letzten Jahren auch, für den friedlichen Protest freigegeben werden“. (s. hier) Ah ja – „Held_innenplatz“. Das muß einem erst einmal einfallen… 

15 Antworten zu “Ausnahmezustand?

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  3. Ich dachte immer wir seien eine Demokratie ? Wo alle das gleiche Recht haben und wenn es nur zum Feiern eines Balles ist ? Dem scheint nicht so , und unsere Bundesregierung ist wie eine harte Seife . Kommt es einmal darauf an unsere Demokratie zu erhalten , zu verteidigen , geht Sie unter wie ein Stück Seife im Wasser und wird fast unsichtbar. Als Steuerzahler und ehemaliger UN-Soldat sehe ich es nicht ein , das deutsche Despoten und Randalierer in unser Land gelassen werden. Wer zahlt ihre Reise und Verpflegungskosten ? Wo ist da unser Nachrichtendienst , der ja so gut Vernetzt ist. Man müsste doch die Rädelsführer und ihre hintergründigen Akteure ( oder soll ich Parteisoldaten) sagen , doch längst kennen und Ihnen die Finanzziellenkosten , sowie Schmerzensgelder und Spitalskosten für verletzte Executivbeamte in Rechnung stellen. Dies kommt mir schon vor wie Randalieren mit Erlaubnis von Höchster stelle . Eine Demo , ja , aber in geordneten und gesitteter Form . Diese Demos gleichen einer Kriegserklärung an die Demokratie . Kommen etwa wieder Zeiten wie vor 1933 ? Diesmal aber von einer anderen Seite. Gutmenschen- Bessermenschen – Herrenmenschen ?? Eine gute Symbolische Auflistung , die einem ja Angst machen muss!! Es reicht , dass Hitler meinen Urgroßvater als jungen Sozialisten, nach Dachau verschleppen lies . Er wurde von einem „Gutmenschen“ der damaligen Zeit- sprich Nazi verraten.
    Gott sei Dank überlebte Er traumatisiert Dachau.

  4. zakrajsek | 23. Januar 2014 um 14:24 | Antwort
    4 0 i Bewerten

    Wer weiß, wie “altfranzösisch” geht?

    dagarser | 23. Januar 2014 um 14:30 | Antwort
    4 0 i Bewerten

    Ohne Zähne?

    Daß nennt man heute „Neudeutsch“ *gum job!*

  5. Gemäß den politischen, demokratischen Vorfahren unseres, auch in Europa geliebten Barack (N)Obama sehe auch ich nur die Möglichkeit die Roten, diese aufrechten Kämpfer gegen Rechts (ÖH, SJ, Grüne u. ä.) wie früher in den USA üblich, dauerhaft in Reservaten unterzubringen.
    Das wäre bei dem Anifa-Gesindel zumindest ein guter Anfang.

  6. Naja, französisch perfekt, dann klappt´s auch mit dem „Frühstücksorden!“ 🙂

  7. …..was denen allen nicht einleuchtet, ist deine so treffende skizzierte Abfolge:
    Gutmenschen, Bessermenschen, Herrenmenschen!
    Wissen die nicht um den Zusammenhang, oder machen die das bewusst?
    Na ja, die Aussicht, Bundeskanzler zu werden, hat schon Leute Moskaus Boden küssen lassen….

    • Gutmenschen, Bessermenschen, Herrenmenschen!

      Ja, das ist das „Kernstück“ des heutigen Artikels. Und bewusst ist das diesen minderbemittelten Idioten tatsächlich nicht – denen, die sie steuern aber sehr wohl!

  8. Dieses demonstrierfreundliche (natürlich nur gegen alles,was irgendwie „rechts“ ist) Pack soll zuerst einmal studieren,arbeiten,etwas für die Gesellschaft leisten u.v. mehr…..,als der „andersdenkenden“Bevölkerungsmehrheit Kosten und Ärger zu verursachen…

  9. Und bei der Aufzählung der „Ballfans“bitte nicht auf das Aushängeschild des österreichischen Parlamentes vergessen.
    „Barbara Prammer in französische Ehrenlegion aufgenommen“
    – Hochdekoriert und ihrer Persönlichkeit entsprechend vorurteilslose Ratschläge an die intellektuelle Elite der nächsten Generation:

    ………..Als „schönes Signal“ würde Barbara Prammer eine Absage des bevorstehenden Wiener Akademikerballs empfinden, erklärte die rote Nationalratspräsidentin heute in der Pressestunde im öffentlich rechtlichen Rundfunksender der SPÖ…..!

    Mir fällt dazu dazu nur ein –
    Herausragende Persönlichkeiten haben es nicht notwendig,sich hervorzutun (Ernst Ferstl)

    • Französische Ehrenlegion und die rote Partei-Soldatin Prammer- irgend etwas verstehe ich da nicht. Womit hat sie die Ehre verdient- und Ehre überhaupt- ich verstehe da schon wieder etwas nicht…

  10. Die Autobusse der Demonstranten sind auf der Anreise seitens der Exekutive einer gründlichen Kontrolle von Fahrzeug, Passagieren und „Mitgebrachtem“ zu unterziehen. Demonstranten, die die Exekutive und Ballbesucher angreifen sind so zu behandeln, daß sie weitere Angriffe freiwillig unterlassen.

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