Einen Bock geschossen

Einen kapitalen Bock geschossen hat Dr. Peter Lebersorger, der Generalsekretär der Zentralstelle Österreichischer Landesjagdverbände. Ich würde ihm ja gerne von Herzen ein kräftiges „Weidmannsheil!“ wünschen, aber leider hat er diesen „Bock“ nur sprichwörtlich erlegt und das ist ja bekanntlich nicht so gut, da gibt’s keine Leber, keinen Rehrücken und auch keine Trophäe.

Nein, den „Bock“ hat Lebersorger in der „Bundesland Aktuell“-Beilage des aktuellen „WEIDWERK“ geschossen, auf Seite 3 macht er dort in einem Kurzartikel zur kommenden Wahl des Europäischen Parlaments Werbung für diese Wahl. Das als solches betrachtet wäre ja durchaus in Ordnung, er geht aber noch einen Schritt weiter: Lebersorger hebt die Wichtigkeit der im Europäischen Parlament angesiedelten Intergruppe „Nachhaltige Jagd, Biodiversität, ländliche Aktivitäten und Forstwirtschaft“ hervor.

Auch gut, soll sein. Dann aber wird die „aktive Beteiligung“ der bisherigen österreichischen EU-Abgeordneten Elisabeth Köstinger, Dr. Paul Rübig, Mag. Othmar Karas und Dr. Richard Seeber hervorgehoben, besonders Köstinger wird über den grünen Klee gelobt, sie kenne „Arbeit, Verantwortung, Sorgen, aber auch die Handschlagqualität von Bauern und Jägern“.

Ganz toll! Wenn das alles so tolle Vertreter der Jägerschaft waren bzw. sind, dann frage ich mich aber schon ganz ernsthaft, wieso man von diesen Modell-Volksvertretern bislang noch keinen Mucks zu dem hier vorgestellten Positionspapier der FACE gehört hat? Oder ist das etwa nicht wichtig?

Noch eine Frage stellt sich: Wieso werden hier ausschließlich Abgeordnete der ÖVP aufgezählt? Immerhin ist in besagter Intergruppe ja auch ein Mandatar der FPÖ, Mag. Franz Obermayr, Mitglied. (Mitgliederliste) Ein Versehen? Oder hat der Obermayr sich etwa nicht „aktiv beteiligt“?

Jedenfalls liest sich dieser Artikel von Lebersorger wie eine einzige Wahlempfehlung für die ÖVP und das finde ich, der ich mit meinem Mitgliedsbeitrag zum Niederösterreichischen Landesjagdverband diese Zeitschrift unterstütze, nicht in Ordnung! Wenn die ÖVP Wahlwerbung im „WEIDWERK“ haben möchte, dann soll sie gefälligst eine entgeltliche Einschaltung machen!

Eines aber versöhnt mich dann doch noch ein klein wenig: Immerhin hat der Landesjägermeister von Niederösterreich keine Wahlempfehlung abgegeben! Das letzte mal hat Josef Pröll ja den Ernst Strasser nach Brüssel geschickt, wie das ausgegangen ist darf als bekannt vorausgesetzt werden …

14 Antworten zu “Einen Bock geschossen

  1. Pingback: Wochenrückblick 17-18/2014 | dagarser

  2. Na wenigstens wissen wir jetzt, dass es eine solche Gruppe überhaupt gibt. Ich habe davon auch noch nie etwas gehört.

    • Wie war das denn mit der Einladung beim ZDF?

      • 1. Ich war erfreut, dass man mich überhaupt gefragt hat, insbesondere von einem ÖRF-Sender.
        2. Ich sollte als Pro-Selbstverteidigung (SV)-Kandidatin auftreten, womit ich überhaupt keine Schwierigkeiten habe, weil ich SV befürworte
        3. Erst, nachdem die – vom ZDF bezahlte – Bahnkarte zur Verfügung stand und ich im Zug saß, hatte ich das GRA-Team informiert.
        4. Während der Zugfahrt versuchte die Redaktion diverse Telefongespräche zu führen, die wegen schlechter Verbindung schlecht möglich waren.
        5. Kurz vor Hamburg teilte mir die Redakteurin mit, dass sie meinen Blog überflogen hätte, fasziniert war von den vielen Studien und es ihrer journalistischen Recherche-Pflicht geschuldet sei, mich wieder auszuladen. Sie versicherte mir, dass das Thema – wenn überhaupt – heute bei Lanz nur kurz angerissen werde, aber nicht vertieft würde. Es hörte sich so an, als ob man einen Themenabend zum Thema Selbstverteidigung mit Schusswaffen plane, an dem ich eingeladen werden würde. Ein echtes Versprechen gab es jedoch nicht.
        6. Ich blieb in Hamburg auf dem Ankunftsgleis und nahm den nächsten Zug nach Berlin. Seitdem hatte ich keinen Kontakt mehr mit der Lanz-Redaktion – weder per Telefon, noch per Email.

        Ein Versprechen haben sie gehalten: das Thema kam gar nicht vor.

        • Danke. Sie werden es wohl kaum mehr bringen. Jedenfalls ist Katja Triebel bekannt und zwar so bekannt, daß man sie wieder auslädt. Ein gutes Zeichen für Katja, ein schlechtes Zeichen für die Informationspolitik

  3. Dann sag ich auch mal : Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag !

  4. Wer hat uns verraten?

    Die Sozial- und Christdemokraten ! ! !

  5. Frank-M. Wolf/pancho lobo

    moin RTM,
    mal was anderes…HIERMIT MÖCHTE ICH DIR ZU DEINEM BURZELTAG
    ALLES GUTE WÜNSCHEN!!!
    saludos de F.-M./pancho lobo

  6. Die größten Böcke wurden geschossen, als man Stellen mit solchen Leuten, wie den Herrn Generalsekretär der Zentralstelle Österreichischer Landesjagdverbände sowie mit einem weggeschlichenen, ehemaligen Minister namens J.P. besetzt hat. Da hat man, im wahrsten Sinn des Wortes, den Bock zum Gärtner gemacht.

  7. Jäger und Metzger haben etwas gemeinsam : Sie töten Tiere um uns mit
    Wildbret und Fleisch zu versorgen.Darum sollte dieser Weidmann nicht
    sprichwörtlich einen „Bock“ als ÖVP Wahlempfehlung erlegen;denn da gibt es kein Wildbret und auch keine Trophäe.

  8. Wir von der IWÖ haben in unserer kommenden Nummer der Nachrichten alle Kandidaten zur EU-Wahl befragt und ihre Stellungnahmen (soferne sie geantwortet haben) veröffentlicht. Das ist fairer und informativer Journalismus und objektive Berichterstattung. Bitte nachlesen. Wird heute auf die Homepage gestellt.
    P.S.: Auch hätten alle Wahlwerber bei uns inserieren dürfen. Nur eine Partei hat davon Gebrauch gemacht. Recht bezeichnend.

  9. Pingback: Einen Bock geschossen | GunNews

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