Die seltsamen Hobbies der Multimilliardäre?

Dan Cannon

Dan Cannon

Vor einigen Wochen habe ich hier von der Generalversammlung der NRA berichtet, auch davon, daß dort ganz vehement gegen die wiederkehrenden Entwaffnungsphantasien des vormaligen New Yorker Bürgermeisters Bloomberg Stellung bezogen wurde. Nun habe ich im Netz einen offenen Brief an besagten Herrn Bloomberg gefunden, Autor ist der Gründer der hervorragenden Internetseite gunssavelives.net, Dan Cannon. Ich lese diese Seite regelmäßig, ich habe dort auch schon viel „Material“ für meine eigenen Artikel gefunden – doch heute will ich nur diesen offenen Brief (bzw. meine Übersetzung davon) hier bringen.  Ist mehr als nur lesenswert:

Dear Mr. Bloomberg,

I understand that as a multi-billionaire you have to find non-traditional ways to pass your time. I’m sure rolling around in mounds of $100 bills just doesn’t bring the same enjoyment that it used to. I guess that it’s hard to find pleasure in the little things such as playing a round of golf, spending time with your family, or enjoying your private tropical estate. I guess it’s only natural that you would take up pet projects to occupy your time. Many multi-billionaires end up doing the very same thing later in life. However, I’m here to tell you, in your effort to disarm Americans – You’ll never win.

There are an estimated 300,000,000+ guns in the United States. This number is growing at a faster rate than ever over the last several years. Efforts to ban or regulate guns only spur higher sales of the very guns you are seeking to regulate.

Over the last several years you have had to form THREE different anti-gun groups in order to generate media attention for your cause. You tout email list signups and Facebook “Likes” as “members”. Despite these questionable “membership” numbers, you still haven’t gotten anywhere close to the NRA’s 5 million+ DUES PAYING members or even the DUES PAYING members of Gun Owners of America (300,000+) or the Second Amendment Foundation (nearly 1,000,000).

Outside of yourself and other uber rich donors, how many people send you annual checks of their hard earned money to support your gun control efforts? Few to none? That’s what I thought. It’s one thing to sign up for a mailing list or like a Facebook page, but it’s another to actually show up for protests or get out your checkbook once a year. This is why your protests regularly have dozens or maybe, maybe hundreds of people while ours have thousands, or even tens of thousands.

Your “members” join your organizations because they think it’s a cool, or trendy thing to do, like changing your social media profile picture in support of the flavor of the month causes we see come and go so often. We take action because we know it’s the right thing to do for our country.

Your efforts to squash a grassroots effort to recall three state senators in Colorado are largely credited as being the very reason that the recall succeeded (in case you haven’t noticed, many people take offense when billionaires try to buy local elections).

You were around in 1994 Mr. Bloomberg, right? You remember what happened in the national elections following the passage of the federal “assault weapons” ban don’t you?

You can keep throwing money at this issue all you want. You can keep touting your inflated membership numbers. You can form new organizations to try to reinvent your efforts as much as you want. We will still be here, more resilient than ever. We will continue to dedicate our time, money and votes to protecting our rights. You’ll never win. (Quelle)

(Sehr geehrter Herr Blumberg,

Ich sehe ein, daß Sie als Multimilliardär auch einmal neue, nicht althergebrachte, Wege der Freizeitgestaltung suchen und einschlagen. Ich bin davon überzeugt daß es heute nicht mehr soviel Freude bringt wie früher, sich in Bergen von 100-Dollar-Scheinen herumzuwälzen. Wahrscheinlich ist es schwer, sich an kleinen Dingen, wie einer Runde Golf, Zeit mit der Familie verbringen oder sich in seinem Anwesen in den Tropen aufhalten, zu erfreuen. Vermutlich ist es da nur natürlich, wenn Sie sich zum Zeitvertreib auf andere Projekte konzentrieren. Genau so verbringen schließlich viele Multimilliardäre ihren Lebensabend. Eines muß ich Ihnen aber ganz deutlich sagen: Sie werden Ihr Ziel, das amerikanische Volk zu entwaffnen, nicht erreichen – Sie können nicht gewinnen!

In den Vereinigten Staaten gibt es geschätzt 300.000.000+ Waffen. Diese Zahl ist in den letzten Jahren stärker denn je angestiegen. Bestrebungen, Waffen zu verbieten oder den Besitz zu reglementieren, spornen den Verkauf jener Waffen, die Sie eben verbieten wollen, nur noch weiter an.

In den letzten Jahren haben Sie nicht weniger als DREI verschiedene Anti-Waffenbesitz-Gruppierungen gründen müssen, um Medienberichterstattung für Ihr Anliegen zu erzeugen. Sie geben Email-Abonnenten und „Facebook-Likes“ als „Mitglieder“ aus. Und trotz dieser fragwürdigen „Mitgliederanzahl“ sind Sie bei weitem noch nicht einmal in der Nähe der über 5 Millionen ZAHLENDEN Mitglieder der NRA, ja nicht einmal in der Nähe  der ZAHLENDEN Mitglieder der „Gun Owners of America“ (über 300.000) oder der „Second Amendment Foundation“ (beinahe 1 Million).

Abgesehen von Ihnen und ein paar anderen Leuten mit mehr Geld als Verstand – wie viele Menschen senden Ihnen jährlich etwas von ihrem hart verdienten Geld um Ihre Waffenkontrollbestrebungen zu unterstützen? Wenige bis gar keine? Das dachte ich mir. Es ist eine Sache, etwas per Email zu abonnieren oder eine Facebook-Seite zu „liken“, es ist aber etwas völlig anderes tatsächlich gegen etwas zu protestieren, oder auch nur einmal im Jahr sein Scheckbuch hervorzuholen. Deshalb haben Ihre Veranstaltungen regelmäßig dutzende, vielleicht sogar hunderte, Teilnehmer, wohingegen bei uns tausende, ja sogar zehntausende, erscheinen.

Ihre „Mitglieder“ bleiben bei Ihren Organisationen hängen weil sie glauben, daß es gerade „cool“ oder „in“ ist, das zu tun. So, wie man in den sozialen Netzwerken sein Profilbild ändert weil man gerade irgendein beliebiges Anliegen unterstützen möchte, man sieht dieses Phänomen kommen und gehen. Wir hingegen unternehmen etwas weil wir wissen, daß es das Richtige für unser Land ist!

Ihre Bemühungen, die Bestrebungen einer Graswurzelbewegung mit dem Ziel, drei Senatoren aus Colorado abzusetzen, zu verhindern gelten als der Hauptgrund, daß diese Absetzungen letztlich durchgeführt wurden. (Falls es Ihnen noch nicht aufgefallen ist: Vielen Menschen stößt es sauer auf, wenn Milliardäre versuchen sich Wahlergebnisse zu erkaufen.)

Sie können sich doch noch an 1994 erinnern, Herr Blumberg, oder? Sie erinnern sich, was bei den bundesweiten Wahlen nach der Einführung  des „assault-weapons“-Verbots passiert ist, nicht wahr?

Sie können ruhig auch weiterhin soviel Geld für Ihr Anliegen ausgeben wie Sie wollen. Blasen Sie Ihre falschen Mitgliederzahlen ruhig weiter auf. Gründen Sie auch neue Organisationen um Ihre Anliegen neu darzustellen, nur zu! Wir werden auch weiterhin hier sein, wir werden da sein, unbeugsamer denn je. Wir werden auch weiterhin unsere Zeit, unser Geld und unsere Stimmen dazu verwenden, um unsere Rechte zu schützen. Sie werden nie gewinnen!    (Übersetzung © dagarser) )

Ja, ein sehr schöner Brief der – in seiner Kernaussage – auch völlig richtig ist: Die Waffenverbotsphantasten werden in den USA ihr Ziel nie erreichen, dazu ist die NRA zu stark, dazu sind all die anderen einschlägigen Vereinigungen zu stark, dazu ist das Gefühl für Bürgerrechte ganz allgemein dort zu stark verankert.

In einem aber irrt Cannon meiner Meinung nach: Bloomberg versucht das nicht, weil ihm langweilig, weil ihm fad ist. Der verfolgt eine beinharte (macht)politische und finanzielle Agenda, der Kerl hat alles im Sinn, nur nicht das Allgemeinwohl. Bloomberg glaubt keine Sekunde, daß die vorgeblichen Ziele seiner Kampagne gut für die Bürger sind, er ist ja nicht blöd.

Blöd sind aber sehr wohl jene, die ihm folgen!

12 Antworten zu “Die seltsamen Hobbies der Multimilliardäre?

  1. Pingback: Wochenrückblick 20/2014 | dagarser

  2. ZITAT:Den letzten Absatz verstehe ich nicht. Welches Ziel will er denn erreichen?

    Blumberg ist Anhänger der Neuen Welt Ordnung. Daher weht der Wind:

    „Nur waffenlose Menschen lassen sich versklaven.“

    Und das ist dem Herrn und den anderen Verschwörern schon ein paar Milliönchen wert!

  3. Man will die Leute entwaffnen, weil sich dann die Politik leichter tut. Wer Waffen hat, ist selbstbewußt und kann seine Werte verteidigen – will es auch. Das mögen weder Bloomberg noch Soros und die EU-Bonzen schon gar nicht.

    • Werter Herr Doktor
      Sollte man nicht auch bei den Personenschützern mit Aufklärung(ständiger Tropfen…/ich mach das ja schon) weitermachen, um diesen unseligen Tölpeln ihr Sicherheitsgefühl zu nehmen. Erst wenn ihnen selbst der Arsch auf Grundeis geht, sind sie einer Waffe nicht mehr so abgeneigt(hoffe ich jedenfalls und probieren geht über studieren).

      • Solange unsere Herrscher, gut geschützt, die Kriminalität nicht am eigenen kostbaren Leib verspüren, werden sie nicht einsichtig sein.

  4. Überall wo es Befürworter gibt – gibt es auch Gegner,sowohl in Amerika
    wie hier in Europa.Nur halten beide nicht das Gleichgewicht und das ist
    auch gut so!

  5. „In einem aber irrt Cannon meiner Meinung nach: Bloomberg versucht das nicht, weil ihm langweilig, weil ihm fad ist. Der verfolgt eine beinharte (macht)politische und finanzielle Agenda, der Kerl hat alles im Sinn, nur nicht das Allgemeinwohl. Bloomberg glaubt keine Sekunde, daß die vorgeblichen Ziele seiner Kampagne gut für die Bürger sind, er ist ja nicht blöd.“

    Den letzten Absatz verstehe ich nicht. Welches Ziel will er denn erreichen?

    • Das ist die Frage, nicht wahr? Cui bono?

      Beantworten müßten das die Bloombergs und Malmströms dieser Welt …

      • Lieber Richard,

        der betreffende Absatz beginnt mit: „In einem aber irrt Cannon meiner Meinung nach“.
        Insofern suggerierst Du schon, dass Du das Ziel meinst erkannt zu haben. Ich würde mit Dir Dein Wissen gerne teilen, so möglich. Ich will ja nicht doof sterben.

        Gruß Fabian

        • Welches genaue Ziel er verfolgt weiß nur er. Sind es wirtschaftliche Interessen (bspw. Smartguns)? Ist es eine rein politische Agenda (v.a. Angst vor einer bewaffneten Bevölkerung)? Ist es eine Mischung daraus?

          Ich meine nur eines mit Bestimmtheit zu wissen: Bloomberg macht das nicht, weil er so ein guter Kerl ist, weil er es ehrlich meint. Das kann man ausschließen.

  6. ….auch jene, welche ihm folgen, sind nicht blöd, denn diese verfolgen ebenso wie er, ein machtpolitisches Ziel, verkleidet in „glorreiche“ Anliegen, wie das Wohl der Mitbürger. Überall das Gleiche: Bei uns wird die Entwaffnung ja ebenso mit dem Argument der Sicherheit verkauft.
    Die Europäer, besonders die Deutschen, haben sich ihre „Eier“ schon lange von den Linken und Links-Linken abschneiden lassen.
    Das solche grotesk Liberalen Tendenzen eine rechte Gegenbewegung hervorruft, braucht nicht zu wundern, zumal jeder Bürger dort täglich die Auswirkungen dieser linken Politik auf der Strasse zu sehen bekommt.
    Es zeigt sich eben beim Waffen und Sicherheitsthema, wie sehr gehirngewaschen der Grossteil der europäischen Bevölkerung schon ist und auch die Unterschiede: Dort wo es noch eine freiere Presse und andere Medien gibt und Demokratie eine Tradition hat (England) dort gibt es zumindest starke Abgrenzungsbewegungen von dieser EUdssR., was das wahre Übel ist. Das mit den Waffen hat in England natürlich eine andere Tradition, welche viel älter ist, als die EU und eben auch mit der Angst vor den bewaffneten Bürgern aus der Unterschicht, den Freidensreligionsanhängern zu tun hat – nicht zu unrecht, aber eben auch dort der falsche Weg.
    Dem Dumpfbürger solche Massnahmen als geeignet zu verkaufen, sieht man täglich morgendlich in der U-Bahn, wie viele Leute diese Gratisblatteln lesen, welche direkt aus der „Parteizentrale“, dem Politbüro, kommen.
    Aber es müssen wohl mehr Leute an diesen Zuständen verdienen, als daran zugrunde gehen – vorläufig halt noch….

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