Die Macht der Hashtags

Es heißt zwar, daß die Feder mächtiger sei denn das Schwert, das gilt aber meiner Meinung nach auch nur rein theoretisch. In einer Notsituation verlasse ich mich jedenfalls sicher wesentlich lieber auf meine Glock als auf meinen Laptop, einen böswilligen Angriff wird man mit netten Worten, ob jetzt geschrieben oder gesprochen, nicht abwehren können. Wo solche „netten Worte“ natürlich überhaupt nichts bringen, das ist im Umgang mit Terroristen, muslimischen Terroristen schon gar nicht. Entsprechend lächerlich ist auch die globale „Hashtag-Kampagne“ #BringBackOurGirls, mehr oder minder prominente Personen halten einen Wisch mit diesen Worten in die Kameras und versprechen sich scheinbar davon, das schreckliche Schicksal der in Nigeria von Moslemterroristen entführten Schulmädchen dadurch abändern zu können.

Das Foto oben beispielsweise zeigt die österreichische Innenministerin Johanna Mikl-Leitner, auch sie will die Girls zurück, auch wenn die sicher nicht OurGirls sind.

Natürlich ist es keine Frage, daß jeder normale Mensch sich wünscht, vielleicht sogar dafür betet, daß diese unglücklichen Kinder aus der Gewalt ihrer Entführer befreit und wieder mit ihren Familien – so diese noch am Leben sind – zusammengeführt werden! Es ist aber völlig illusorisch anzunehmen, daß das Wacheln mit Kaszetteln dazu beitragen kann, das Terroristengesindel versteht nur eine Sprache, außerdem können die meisten davon sicher eh nicht lesen. Nein, ohne bewaffnete Intervention wird diese Angelegenheit wohl nicht beigelegt werden können.

Idealerweise wäre es aber freilich gar nicht erst zur Entführung dieser Mädchen gekommen, möglich wurde das erst dadurch, daß in Nigeria die anständigen Bürger, die ja auch dort in der überwiegenden Mehrzahl sind, keine Waffen besitzen dürfen und sich somit auch nicht gegen gewalttätige, kriminelle und terroristische Angriffe zur Wehr setzen können.

Dazu habe ich einen hochinteressanten offenen Brief an den Gouverneur des Nigerianischen Bundesstaates Borno gefunden, der Verfasser, ein Dr. Peregrino Brimah beklagt darin die Wehrlosigkeit der Bevölkerung:

Dear Governor Shettima,

We are writing you openly, that the people see and know you were advised openly. You have waited and watched your people being picked off like hens in a pen for the past four years. You have relied on and waited for the State security services to protect life and industry in your state of four years, but your people are dying now even faster than before.

Within the last three days, over 600 of the citizens of your state were slaughtered cheaply. They died at work, at the market, while bathing their children, in the farm. This is just one more week of death in your state. Your state is in global news because 234 girls were kidnapped in your state; these we know add to the hundreds who have been kidnapped, and abused till pregnancy or death by Boko Haram over the past four years. These girls, we know add to the more who have been kidnapped after April 15th and the boys of your state, and farmers of tomorrow who have likewise been kidnapped and forced at knife-point to become Boko Haram’s new recruits all through the four years.

Dear Governor Kashim Shettima, do you know that what has happened in Borno would never happen in any other state in Nigeria without the governor giving his people guns and a course in training so they can defend themselves? Your people are great warriors and Patriots. Let them defend themselves.

Do you know that with the massacres of up to 40,000 of your citizens, with hundreds of thousands displaced, with the losses to your agricultural production, to the mental state of your people and to the future of your great region and indeed nation, there is no other country or state in the world that would have accepted this vulnerability and left its people at the sheer mercy of such marauding terrorists operating in impunity without giving them real rifles and a fair chance to fight off the terrorists and protect themselves and their loved ones? Have you looked at Algeria and what they did when they were faced by an identical situation?

Dear governor, how long do you think the people will wait for you to protect them before they decide to arm themselves with real guns outside of the law; and if such happens, how do you think these citizens who had to do so for themselves will regard you?

We urge and advise you to act now in the best interest of the remaining citizens of Borno state and in the best interest of Nigeria. As we write this, it is likely that more of your people are being sent to the great beyond by the terrorists who have decided that they know how to ride the Nigerian system that makes no sense and does not care to protect and cherish its people. May God protect them and give you the wisdom and courage to do what is right and in the best interest of your people and the nation.

Dr. Peregrino Brimah

(Sehr geehrter Herr Gouverneur Shettima,

Wir schreiben Ihnen diesen offenen Brief, damit die Menschen sehen können und wissen, daß Sie ganz offen darauf aufmerksam gemacht wurden. Sie haben abgewartet und zugesehen, wie Ihre Mitbürger in den letzten 4 Jahren wie Vögel von der Stange geschossen wurden. Sie haben sich auf die staatlichen Sicherheitskräfte verlassen, Sie haben 4 Jahre lang auf sie gewartet, damit sie Menschenleben und Infrastruktur in Ihrem Bundesstaat schützen. Jetzt aber sterben Ihre Bürger noch weitaus schneller als zuvor.

Allein in den letzten 3 Tagen wurden über 600 Bürger Ihres Bundesstaates einfach massakriert. Sie staben bei der Arbeit, beim Einkaufen, während sie ihre Kinder gebadet haben, auf ihrer Farm. Nur eine weitere Todeswoche in Ihrem Staat. Dieser Ihr Bundesstaat ist nun weltweit in den Schlagzeilen, weil in diesem Ihrem Bundesstaat 234 Mädchen entführt wurden; wie wir wissen erhöhen sie nur die Anzahl jener vielen hundert Mädchen, die in den letzten 4 Jahren von Boko Haram entführt und bis zur Schwangerschaft oder zum Tod mißbraucht wurden. Wir wissen, daß sie die Zahl jener Mädchen erhöhen, die seit dem 15. April entführt wurden, daß man sie auch zu jenen Jungen Ihres Bundesstaates, den Bauern von morgen, hinzuzählen muß, die in diesen 4 Jahren entführt und von Boko Haram mit vorgehaltenem Messer zu neuen Soldaten gemacht wurden.

Sehr geehrter Gouverneur Kashim Shettima, wissen Sie, daß das, was in Borno geschehen ist, in keinem anderen Bundesstaat geschehen würde, ohne daß der Gouverneur sein Volk bewaffnen würde, ohne daß er sein Volk im Umgang mit diesen Waffen ausbilden würde damit es sich verteidigen kann? Ihre Bürger sind große Krieger und Patrioten! Erlauben Sie ihnen, sich selbst zu verteidigen!

Wissen Sie, daß wenn man die Massaker an bis zu 40.000 Ihrer Bürger hernimmt, die hunderttausenden Heimatvertriebenen, die Ernteausfälle, die mentale Verfassung Ihrer Bürger und die Gefahren für die Zukunft nicht nur Ihres Bundesstaates, sondern gleich des ganzen Staates, wissen Sie, daß es auf der ganzem Welt keinen Staat und auch keinen Bundesstaat gibt, der eine solche Verwundbarkeit akzeptiert hätte und seine Bürger den Launen und der Gnade von marodierenden Terroristen, die nahezu sanktionslos agieren können, aussetzen würde? Zumindest nicht, ohne sie mit echten Waffen auszustatten und ihnen so die Möglichkeit zu geben, die Terroristen abzuwehren und sich und ihre Lieben zu schützen! Haben Sie den Blick einmal nach Algerien gerichtet und gesehen was die gemacht haben, als sie mit einer ähnlichen Situation konfrontiert waren?

Sehr geehrter Herr Gouverneur, wie lange denken Sie werden die Menschen noch darauf warten, daß Sie sie beschützen, bevor sie sich dazu entschließen sich selbst zu bewaffnen, und zwar mit echten Waffen, auch außerhalb der Gesetze? Wenn es soweit kommt – was glauben Sie, was werden diese Bürger von Ihnen halten, wenn sie sich selbst helfen mußten weil sie von Ihnen im Stich gelassen wurden?

Wir empfehlen Ihnen dringend jetzt im besten Interesse der verbliebenen Bürger von Borno, aber auch im besten Interesse Nigerias, zu handeln! Während wir diese Zeilen schreiben ist es mehr als wahrscheinlich, daß noch mehr Ihrer Staatsbürger durch die Hand von Terroristen ihr Leben lassen müssen weil diese erkannt haben, daß das System von Nigeria keinen Sinn ergibt, daß es keinen Wert auf die Sicherheit und das Wohlergehen seiner Bürger legt. Möge Gott unsere Bürger beschützen, und möge er Ihnen Weisheit und Mut schenken, damit Sie im besten Interesse Ihrer Bürger und Ihrer Nation handeln!) (Übersetzung © dagarser)

Und da liegt der Hund begraben: Terroristen, Verbrecher scheren sich nicht um Waffenverbote, nein, sie erleichtern ihnen sogar die „Arbeit“ ganz ungemein.

Cui bono? Wem nutzt das? Den Opfern der Verbrecher ja einmal ganz sicher nicht, wer aber bleibt dann übrig?

Vielleicht sollte sich die – auch für das Waffengesetz zuständige – Frau Inneministerin das einmal überlegen, bevor sie ein sinnloses Blatt Papier in die Kamera hält.

Ich könnte mich natürlich auch täuschen und solche „Hashtag-Kampagnen“ sind in Wahrheit ganz tolle Instrumente der Meinungsbildung. Deshalb sicherheitshalber:

???????????????????????????????

#FreeArmsFreePeople, http://t.co/I1TWIhSWlA

25 Antworten zu “Die Macht der Hashtags

  1. Recht hat er, der Dr. Brimah. Nur in einem Punkt irrt er gewaltig:

    „…wissen Sie, daß es auf der ganzem Welt keinen Staat und auch keinen Bundesstaat gibt, der eine solche Verwundbarkeit akzeptiert hätte und seine Bürger den Launen und der Gnade von marodierenden Terroristen, die nahezu sanktionslos agieren können, aussetzen würde?“

    Also ich kenne mindestens zwei…

  2. Pingback: #FreeArmsFreePeople | dagarser

  3. Pingback: Wochenrückblick 21/2014 | dagarser

  4. Wie ich soeben erfahren habe, hat Muhamad Abubakar, der Anführer der Boko Haram die Botschaft unserer Innenministerin bekommen. Er soll daraufhin in seine Hütte geflüchtet sein und bebend vor Schreck in einer Ecke kauern. Wenn dann die nächste Hashtagbotschaft, die dann wahrscheinlich „#her mit den Geiseln, her mit den Mädels“ lauten wird, eintrifft, wird er sich sicher in panischer Angst schluchzend auf dem Boden winden und die Entführten sogleich mit großem Bedauern und vielen Entschuldigungen herausgeben.
    Ernsthaft: Einfach peinlich, wie sich manche PolitikerInnen (auch mit Regierungsverantwortung) zu so etwas hergeben. Mancher, der dann so etwas sieht, könnte vielleicht vermuten, dass da auch noch Briefe an das Christkind geschrieben werden …

    • #her mit den Geiseln, her mit den Mädels

      Das ist nicht lustig! Wirklich nicht!
      (Wieso muß ich aber jetzt die Tastatur trockenlegen …?)

      • Nein, das ist auch nicht lustig. Ich habe tiefes Mitgefühl mit den Opfern dieser mohammedanischen Terroristen, die sich nicht wehren können.

  5. Also die Feder kann schon mächtiger sein als das Schwert: Es kommt nur auf Größe und Material an.

  6. Also, zu dem Bild fällt mir auch ein: Free men own guns, slaves don´t
    grüsse
    sousek

  7. Wenn der Hintergrund nicht so ernst wäre, könnte man die darstellerische Leistung von Zaster Hannerl belustigt übergehen. Doch einen noch größeren Unterhaltungswert hätte und als absoluten Höhepunkt anzusehen wäre der gemeinsame Auftritt von ML und dagarser samt Schildchen in der beliebten TV Serie -Im Zentrum-.
    Das wär schon was, oder?

    • Ja, das wär schon was. Wird aber nichts, weil die Frau Minister sicher in keine Diskussion geht die sie nicht gewinnen kann. Ob mit oder ohne Taferl, nicht einmal die Thurnher könnte sie da großartig rausreißen.

      Ist aber ohnehin illusorisch, der ORF hat mich schon so oft ein- und wieder ausgeladen daß ich irgendeinen TV-Auftritt dort für äußerst unwahrscheinlich halte. Obwohl ich’s machen würde.

  8. Franz Schmidt

    BRAVO Richard!

    Ich schließe mich deiner Aktion an!

  9. ….was man von der Dame zu erwarten hat, hat sie schon öfters eindrucksvoll gezeigt – net amol ignorieren, hätte der Qualtinger gesagt, aber heutzutage sagt man eher: Ist eh schon alles Wurst….in der Wurschtelrepublik…aber am Sonntag…..

  10. Pingback: Die Macht der Hashtags | GunNews

  11. Lieber Dagarser !
    Es besteht kaum Hoffnung, daß unsere Politiker auch nur im Ansatz verstehen werden. Aber wir dürfen nicht aufhören aufzuzeigen und hinzuweisen. Danke für die Bemühungen. In wenigen Tagen werden wir sehen, ob es noch genügend Mernschen mit Hirn gibt in unserem Land.

    • …weißt du Pumuckl, Hirn schon ein wenig, aber alle billig gekauft und sie glauben noch, am Ende bezahlen sie nicht selbst….

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