Nur ein Traum war das Erlebnis

Was, mögen sich jetzt viele fragen, hat der dagarser denn um Himmels Willen mit dem Christian Morgenstern vor? Ich kann die Freunde von Morgensterns komischer Lyrik beruhigen, einstweilen will ich das Werk des Dichters nicht entweihen – obwohl der Namen des Gedichtes, von dem ich den Titel dieses Artikels entlehnt habe, natürlich durch Austausch eines einzigen Buchstaben ungeahnte Möglichkeiten eröffnet. Das Gedicht heißt übrigens „Palmström – Die unmögliche Tatsache“.

Darum geht es aber heute wie gesagt nicht, es geht vielmehr um eine Zeitungsmeldung und die Österreichische Kriminalstatistik. Der Artikel ist tagesaktuell, den habe ich heute Vormittag mit dem Mobiltelefon aus der „Kronen Zeitung“ abfotografiert:

Krone_180614

Ganz schön heftig: Ein Bruststich, ein Bauchstich, ein Schuß ins Gesicht (zwar wohl „nur“ mit einer Gaspistole, aber immerhin) – der Titel des Artikels, „Täter haben keine Skrupel mehr!“, ist gar nicht so falsch gewählt.

Auf der Webseite der Landespolizeidirektion Wien findet man (ich zumindest) zu den oben angeführten Straftaten nichts, dafür aber wenigstens die aktuelle Kriminalstatistik, jene des Jahres 2013 nämlich. In der Kurzinformation dazu steht unter dem Titel „Resümee und Ausblick“ u.a.:

Die Gesamtkriminalität im Vergleich der letzten zehn Jahre ist weiterhin stabil sinkend und die Aufklärungsquote konstant hoch.

Das ist schön und das freut mich sehr für die Statistiker des Innenministeriums. Kreativ dürften sie wenigstens sein, immerhin.

Obwohl ich ansonsten kein großer Freund der „Kronen Zeitung“ bin kann ich mich aber dennoch des Eindrucks nicht erwehren, daß der obige Artikel die Realität besser darstellt als die Statistik des BMI.

Man kennt dergleichen Beschwichtigungsstatistiken ja ohnehin zur Genüge, wenn man alles glaubt was da drinsteht fragt man sich ja teilweise, wofür wir überhaupt eine Polizei brauchen.

Vielleicht stimmt der „Krone“-Artikel aber auch gar nicht und die niedergestochenen und angeschossenen Opfer haben sich das alles frei nach Morgenstern nur eingebildet:

Und er kommt zu dem Ergebnis:
»Nur ein Traum war das Erlebnis.
Weil«, so schließt er messerscharf,
»nicht sein kann, was nicht sein darf!«

Das glaube ich persönlich aber nicht.

7 Antworten zu “Nur ein Traum war das Erlebnis

  1. Pingback: Wochenrückblick 25/2014 | dagarser

  2. Es wird schamlos geschwindelt. Und die Journalisten glauben das und plappern es nach.

  3. Hat schon mal jemand das Konzept Staatlicher Schulen in frage gestellt? Ein System das als Vorstufe zum Militär entwickelt wurde, das auf Tierdressur und Unterwerfung basiert? Wieso immer Schulen? Ein System in dem man sich unterzuordnen lernen sollte! Ein Teufelskreis!
    Gab es an Privatschulen auch schon solche vorfälle? Ware interessant. The only thing that stops a bad guy with a gun, is a good guy with a gun!

  4. Für die Wahrheit bräuchte man die Rohdaten………
    Aber es ist nicht unbedingt widersprüchlich. In den USA ist jemand bei einer Forschungsarbeit draufgekommen, daß die Anzahl der Schußwaffentoten an Schulen dort seit den frühen 80ern rückläufig ist. Dafür hat sich das Volumen der Berichterstattung darüber VERSECHSFACHT!!!
    Die Sache mit medialer Präsenz und Cpycats, setze ich als bekannt voraus. Wie der werte Garser so gerne fragt: Cui bono?

  5. ……und wir werden angelogen, angelogen, angelogen…wir lassen es uns ja gefallen, anstatt diesen Staat als ganzes nicht mehr als uns repräsentierend anzuerkennen. Dieses Gesindel müsste man einfach ignorieren, keine Steuern mehr bezahlen und sich an nichst mehr halten, was da an Gesetzen gegen uns veröffentlicht wird – einfach so tun, als ob es die gar nicht gibt, denn sie ignorieren uns ja auch und tun was sie wollen….

  6. Ich kann mich noch gut an den Ausspruch eines Politikers erinnern. Und zwar:
    „Wien darf nicht Chicago werden.“
    (Wobei m.E. das Chicago der 20er und 30er Jahre gemeint war.)
    Und ich höre noch heute, das darauf einsetzende Geheule und Gejaule!

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