Alles wird gut!

Vor einem halben Jahr hat hier ein Artikel von mir „hohe Wellen geschlagen“, in „Beschwichtiger vom Dienst“ habe ich über eine Aussendung des deutschen „Forum Waffenrecht“ berichtet worin zu lesen war, daß die Pläne der EU-Kommissarin Malmström bezüglich der geplanten EU-Waffenrichtlinie ja ohnehin nicht auf eine Verschärfung für die legalen Waffenbesitzer hinauslaufen würden, davon hätten sich die Herren Keusgen, Gotzen und Kohlheim in einem persönlichen Gespräch mit Mitarbeitern der Frau Kommissarin überzeugen können.

Pure Beschwichtigungspolitik seitens der EU, da hatten sie aber scheinbar auch gleich ganz genau die richtigen gefunden, die ihnen auf den Leim gegangen sind und diese Beschwichtigung munter weiter verbreitet haben. Das habe ich damals angeprangert und habe auch den mir heute noch passend erscheinenden Vergleich mit den Judenräten im „Dritten Reich“ gezogen. Mehr habe ich aber nicht gebraucht, von den Herren Keusgen (FWR), Graefrath (BDMP) und Thieme (DSU) habe ich bitterböse Briefe erhalten, das „VISIER“ hat meinem Artikel sogar ein Editorial gewidmet und mir darin eine „sich nach außen selbst diskreditierende Vorstellung“ vorgeworfen.

Davon war ich natürlich irrsinnig beeindruckt. Aber wahrscheinlich nicht so, wie die Herren sich das vorgestellt hatten, sondern vielmehr davon, wie sich Funktionäre von Interessenvertretungen der Waffenbesitzer vor den Karren der Entwaffnungsphantasten spannen lassen und, sobald sie dabei ertappt werden, lieber den Überbringer der schlechten Nachricht steinigen als ihren fragwürdigen Standpunkt noch einmal reiflich überdenken.

Weshalb ich diese Geschichte jetzt wieder „ausgrabe“? Ganz einfach: Die Beschwichtigung geht munter weiter, diesmal wurde eine Delegation des BSSB, des „Bayerischen Sportschützenbundes“, gar von Cäcilia Malmström höchstpersönlich empfangen! In einer Aussendung des BSSB heißt es dazu unter anderem:

1. Landesschützenmeister Wolfgang Kink trug die Bedenken der Schützen gegen eine weitere Verschärfung und mehr Bürokratie der EU-Kommissarin vor. Auch verwies er auf die Zuverlässigkeit der legalen Waffenbesitzer. Im Verlauf des konstruktiven und harmonischen Gesprächs sicherte Cecilia Malmström zu, dass sie in Bezug auf das deutsche Waffenrecht keinen weiteren Bedarf zur Verschärfung des Waffenrechts sehe. Vielmehr müsse der illegale Waffenbesitz bekämpft werden. Auch gab sie ihre Zusage, die Bürokratie nicht noch komplizierter zu gestalten.

Na dann! Die Frau Kommissarin „sichert zu“, sie „sagt zu“ – alles wird gut!

Vergessen ist das Halbautomatenverbot, abgehakt die biometrische Sicherung für alle Waffen, vom Tisch die Abschaffung der Kategorien C und D und die künftige Unterteilung nur noch in verbotene und genehmigungspflichtige Schußwaffen. Es mußten nur die Bayern kommen – und schon hat die Frau Kommissarin ihren gewaltigen Irrtum eingesehen!

Nein, ich bin wirklich begeistert und beeindruckt! Ob dieser grandiosen Glanzleistung des 1. Landesschützenmeisters Wolfgang Kink finde ich aber, daß er nur mit dieser Funktion unterfordert ist. Statt sein Talent mit solchem Kleinkram zu verschwenden sollte er sich besser wichtigeren Dingen widmen, vielleicht einer Vermittlertätigkeit im Konflikt zwischen Rußland und der Ukraine – wer eine Cäcilia Malmström biegen kann, der wird doch auch mit Wladimir Putin fertig werden!

Aber Scherz beiseite: Für die Delegation des BSSB gilt in uneingeschränktem Maße genau das, was ich vor einem halben Jahr auch dem FWR vorgeworfen habe. Auch sie machen sich durch diese Beschwichtigung zu Komplizen der Entwaffner rund um Cäcilia Malmström, auch sie verbreiten die Propaganda der EU-Kommission, auch sie stellen sich damit gegen die Interessen jener, die sie zu vertreten hätten. Soll ich auch wieder schreiben, daß sie sich verhalten wie die Judenräte im „Dritten Reich“? Nein, das schreibe ich diesmal nicht. Wenn sich das aber trotzdem einer dabei denkt, dann liegt er wohl gar nicht so falsch.

19 Antworten zu “Alles wird gut!

  1. Pingback: Wochenrückblick 27/2014 | dagarser

  2. Zitat: „Im Verlauf des konstruktiven und harmonischen Gesprächs sicherte Cecilia Malmström zu, dass sie in Bezug auf das deutsche Waffenrecht keinen weiteren Bedarf zur Verschärfung des Waffenrechts sehe.“

    Wenn man schon „Deutsche Verhältnisse“ in Europa hat, dann braucht man auch fast keine weiteren Verschärfungen mehr um das geplante Totalverbot ganz umzusetzen.

  3. Da kann man nmur noch fassungslos staunen oder den Kopf mal auf die Tischplatte aufklatschen lassen.

  4. Norbert Wagen

    Das lässt sich ja leicht sagen im Bezug aufs deutsche Waffengesetz:
    „vom Tisch die Abschaffung der Kategorien C und D und die künftige Unterteilung nur noch in verbotene und genehmigungspflichtige Schußwaffen.“
    Da ist das nämlich schon so!

  5. Ich würde sagen – EU heißt : Europas Untergang.

  6. Malmström sagt natürlich die Unwahrheit. Aber sie hat das jetzt wenigstens öffentlich ausgesprochen. Immerhin.

  7. „…sicherte Cecilia Malmström zu, dass sie in Bezug auf das deutsche Waffenrecht keinen weiteren Bedarf zur Verschärfung des Waffenrechts sehe. …“

    Der kann man doch nicht glauben selbst wenn sie, bei allem was ihr heilig ist, heilige Eide schwört! Falls der überhaupt etwas heilig ist!
    Auch bin ich sicher, daß die ganz genau weiß, wen sie empfängt und wen nicht!

  8. Ich hingegen fühle mich jetzt viel sicherer, seit ich alle mein Waffen registriert habe. Bin mir zudem sicher, dass sich auch meine Waffen sicherer fühlen!
    Danke Cäcilia, danke Bundesregierung!

  9. Lieber traue ich einem diebischen Zigeuner (eh, Sinto oder Rom muß es heißen) als irgendwelchen Aussagen die von der EU kommen, egal von wem sie überbracht werden.
    Es heiß nicht umsonst EU = Europas Unglück

  10. Pingback: Alles wird gut! | GunNews

  11. ….und im Übrigen bin ich der Meinung, daß Karthago zerstört werden sollte, hat doch ein römischer Senator immer seine Reden geschlossen….
    Dem habe ich, bezüglich der EU, wenig hinzuzufügen, bevor es uns zerstört, diese Fehlkonstruktion – die liebe Cecilie hin oder her, das Problem ist größer als eine Dame, welche ihre Lebensaufgabe sucht und leider die Waffen gefunden hat – ähnlich der wertvollen Aufgabe, die Töchter in die Bundeshymne einzubauen.

  12. Und dann wundert sich noch einer, dass das mit dem registrieren von Waffen nicht mehr so gut klappt? Was bleibt denn dem Bürger sonst für eine Option um sein Eigentum dem Zugriff der Schergen zu entziehen?

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