Wo brennt’s?

Die Zeitungen waren voll davon: Letzte Woche hat ein 21-jähriger in Wiener Neustadt mit einer Faustfeuerwaffe eine Tankstelle überfallen und ist auf der Flucht von der Polizei erschossen worden, als er die Beamten mit der Waffe bedrohte. Soweit also ein ganz normaler Vorgang.

Wie sich dann später herausgestellt hat war der Täter lediglich mit einer Softgun, einem Spielzeug also, „bewaffnet“, tatsächlich stellte er also für die Polizisten keine wirkliche Gefährdung dar. Das konnten die freilich nicht wissen, das Zeug schaut ja – vor allem auf die Distanz – wirklich täuschend echt aus, wenn man mit einer solchen Replika-Waffe also andere – besonders solche, die wirklich bewaffnet sind – bedroht darf man sich nicht wundern, wenn einem das nicht gut bekommt.

Mittlerweile wird vermutet, daß der Verbrecher in seiner ausweglosen Situation den feigen Weg des „suicide by cop“ gewählt hat – klar, mit der Softgun konnte er sich ja auch schlecht selbst erschießen. Daß der Bursche aller Wahrscheinlichkeit nach unter Drogeneinfluß stand kann auch noch als Erklärung für sein Verhalten dienen. (Das paßt im übrigen recht gut zu der gerade von den Jungsozialisten losgetretenen Debatte über die Freigabe „weicher“ Drogen…)

Fassen wir nochmals zusammen: Überfall begangen, Polizisten bedroht, ums Leben gekommen. End of story.

Es ist aber scheinbar doch noch nicht das „end of story“, laut dem ORF ist nämlich jetzt eine „Diskussion um eine Kennzeichnung von Softguns und anderen Nachbildungen echter Waffen entbrannt„: Man solle doch alle Spielzeugwaffen/Nachbildungen „klar kennzeichnen“, am besten aber doch sicherheitshalber gleich überhaupt verbieten!

Natürlich ist diese „Diskussion“ überhaupt nirgends „entbrannt“, höchstens im ORF selbst, es gab nur den kurzen „Aha-Moment“ als bekannt wurde, daß dieser Schußwaffengebrauch der Exekutive durch gar keine echte Waffe des Verbrechers ausgelöst wurde. Ansonsten „brennt“ gar nichts.

Ein Verbot von Spielzeugwaffen ist jedenfalls ganz klar gesagt vollkommen hirnrissig, erstens weil nichts leichter wäre, als so ein Verbot zu umgehen, zweitens weil Kinder immer schon mit Spielzeugwaffen gespielt haben und das noch immer g’scheiter ist als wenn sie nur noch vor dem Blechtrottel hocken und „zocken“.

Mein Gott, was haben wir als Kinder nicht regelrechte Cowboy-und-Indianer-Schlachten ausgefochten, Räuber&Gendarm war auch sehr beliebt, der Kapselpracker dabei natürlich jederzeit „am Mann“ – je echter aussehend, de besser! Und von denen, mit denen ich seinerzeit gespielt habe, hat meines Wissens nach keiner jemals eine Tankstelle o.ä. überfallen oder war so deppert, mit einem Spielzeugpumperer auf die Polizei zu zielen und sich erschießen zu lassen!

Lassen wir diese „brennende Diskussion“ also dort, wo sie hingehört – ganz unten im Sommerloch! Wobei: Irgendwie ist das schon konsequent – jetzt wollen sie gar schon die Spielzeugwaffen verbieten …

25 Antworten zu “Wo brennt’s?

  1. Hanruberto Hanson

    Ich möchte keinesfalls in Abrede stellen, dass wir ein liberales Waffenrecht brauchen. Aber wie man so eine Forderung unterstützen und im Gegenzug ein liberaleres Drogenrecht ablehnen kann, erschließt sich mir nicht.
    Vor allem wenn es ohnehin nur um die Legaliserung von Gras geht. Denn objektiv betrachtet sind die Risiken, die vom Cannabiskonsum für den Einzelnen oder die Gesellschaft ausgehen immer noch deutlich geringer, als die einer Schusswaffe, auch wenn das Risiko, dass von ihr in der Hand eines rechtschaffenden Bürgers ausgeht, ebenfalls zu vernachlässigen ist.

    • Liberales Waffenrecht hat nichts mit Drogengesetzgebung zu tun. Zwei komplett verschiedene Themen bzw. Rechtsgebiete.

      Grundsätzlich: Mag schon sein, daß „Gras“ auch nicht gefährlicher als Alkohol ist, ich persönlich halte von dem Zeug trotzdem rein gar nichts.

  2. Pingback: Wochenrückblick 28/2014 | dagarser

  3. Nachtrag zu meinem geistigen Erguss: Ich meinte nicht, man soll Waffen einfärben, sondern sie so produzieren, dass sie für jeden denkenden Menschen als „Spielzeug“ erkennbar sind. Der „Kapselpracker“, oder das „Federdruckgewehr“( das Laufmaterial hatte die Stärke eines Konservendosenblechs) waren sofort als Spielzeug erkennbar. Natürlich, bei Dunkelheit wir die Klassifizierung nicht so leicht sein.
    Übrigens, die für viel Geld erworbenen demilitarisierten Waffen, die sind natürlich PFUI und werden vom Staat schäfstens verfolgt.Da geht ja ein hohes Gefahrenpotential aus. Ich habe tränenden Auges meinen Waffenschrott schon vor langer Zeit entsorgt.

  4. Noch eine Geschichte zum Nachdenken.

    Vor vielen Jahren hat ein eingesperrter Räuber (Karrer hat er geheißen) in der Zelle aus Holz (oder war es Seife) eine Pistolenatrappe gebastelt, sie mit Schuhcreme eingefärbt und damit einen Richter als Geisel genommen und sich freigepreßt. Das sollte natürlich auch verboten werden. (Das Schnitzen einer Pistole) Fragen wir doch den Herrn Greylinger, ob er schon darüber nachgedacht hat! (Der ist aber damals noch in den Kindergarten gegangen)

  5. Das war eindeutig „Suizid by Cop.“ Ich wünsche dem konsequenten Räuber noch eine „Gute Reise.“

    Jede Schuldzuweisung an die Polizisten ist mehr als naiv!

  6. Lieber Dagarser bei 99 % Deiner Nachrichten kann ich Dir nur zustimmen. Auch wir spielten Indianer-Cowboy, bzw. Räuber und Gendarm mit Begeisterung.. Aber jetzt erwähnst Du den „Kapselpracker“,den hatte ich, sowie meine Freunde auch. Dazu kamen noch die „Federspanngewehre“ womit man Steine, Erbsen, usw. verschießen konnte. Eines hatten sie allerdings gemeinsam- sie sahen nie wie echte Waffen aus. Die heutigen Spielzeugwaffen sehen verdammt echt aus. Natürlich bin ich ein Gegner aller Verbote, aber da soll man schon darüber nachdenken, wie man diese Dinger wieder, für jedermann erkennbar, zu Spielzeugwaffen macht. Natürlich ist der rote Ring und, wie man es früher machte, sie goldfarben anzustreichen. nicht das gelbe vom Ei, ich weiß die Lösung nicht, aber so hundertprozentig echt sollen Spielzeugwaffen doch nicht aussehen. Natürlich, bei Nacht und Nebel sieht sogar ein Holzprügel wie eine echte Waffe aus, aber den einen oder anderen Fall könnte man doch verhindern, würde man wieder „Kapselpracker“ und „Federspanner“ als Spielzeuge produzieren, auch um unseren guten Polizisten den Stess zu ersparen, einen Räuber, bewaffnet mit einer Spielzeugwaffe getötet zu haben..

    • Und was ist mit dem Spielzeug, das in Millionenanzahl herumliegt und nicht goldig eingefärbt wird? Und was ist mit den Dingen, die aus dem Ausland kommen? Was macht man denn da? Und was ist mit den illegalen Waffen, die man überall ganz leicht bekommt und die nicht nur echt aussehen sondern auch echt sind?

      Und schließlich wird ein Räuber mit einer rosa oder gold eingefärbten Waffe eine Tankstelle überfallen oder nimmt er vielleicht doch was anderes?

      Nachdenkaen wäre manchmal ganz gut.

  7. Schon in dem Holywood-Streifen „Cat Ballou, hängen sollst Du in Wyoming“ ist der Kernsatz: „..wer die Waffe wählt, wählt den Tod…“ So oder so!
    Wer so bescheuert ist und mit ner Spielzeugknarre auf jemanden anlegt von dem er weiß, dass er mit Sicherheit eine scharfe Waffe hat, sollte für den „Darwin-Award“ nominiert werden. Mehr fällt mir dazu nicht ein…

  8. Stimmt Richard – diese Aktion hat der Vollidiot leider auch mit senem Leben
    bezahlt.

  9. Die Leute vom ORF-Online haben sich auch schon der Sache angenommen, man beachte die Bilder in diesem Artikel.
    Die erste Pistole vom Typ Walther P99 könnte echt sein, auf dem 2. Bild dann eine Airsoftgun die nach einem chinesischen Billigfabrikat aussieht und eher unter Kinderspielzeug fällt die kein Sammler haben will.
    Das 3. Bild ist interessant und da sieht man mal wieder das die Journalisten keinen Plan haben wovon sie schreiben.
    Zu sehen sind eine Dose Diabolos die in Luftdruckwaffen verwendet werden und daneben liegt ein Gasrevolver vom Typ RG 69 oder 88.
    Auf alle Fälle also eine Schreckschusswaffe (erkennbar am runden PTB Prüfzeichen hinter der Trommel das in Deutschland zugelassenen Schreckschusswaffen tragen müssen) die Kartuschenmunition im Kaliber 9mm verwendet die wahlweise mit Pfeffer, CS, CN Reizstoffen oder einfach mit Platzpatronen bestückt werden können.
    Also nix mit Airsoftgun und mit Luftdruckwaffenmunition wird das Ding auch nicht wirklich funktionieren.
    Da drückt uns der ORF mal wieder ordentlich die G´schichteln rein wie man als Österreicher sagen würde.

    Blöder Betroffenheitsjournalismus der in sinnlosen Aktionismus ausartet.
    Fehlt eigentlich nur noch irgend ein Hinterbänkler aus der Politik der sich mit einem Verbot von Waffenreplikaten und Schreckschusswaffen ein paar Wählerstimmen abfischen will.
    In Österreich gibts aber sicher genug Leute die sich leicht verängsitgen und einschüchtern lassen und solchen politischen Wichtigtuern auf dem Leim gehen.
    Ist wie überall im Waffenbereich, einfach verbieten dann gibts keine Verbechen mehr damit. (glauben zumindest solche Leute)

    Blöden Mainstream-Massenmedien, blöde leichtgläubige Bürger die sich alles reindrücken lassen, blöde machtgeile Politiker die diese Angst der Leute zum Stimmenfischen ausnutzen…..es ist echt immer die selbe dumme Leier, ich könnte kotzen.

  10. Ich möchte hier noch etwas „Argumentation“ in den Ring werfen.
    Ich selbst war mal der Meinung, dass es doch gar nicht schlecht wäre, wenn die Airsoft-Waffen mit einem roten Ring am Ende des Laufs per Hersteller als solche klar erkennbar gekennzeichnet werden. Sieht man ja schon mal in den USA und klingt auch erstmal logisch, weil die Waffen dann ja klar und sofort als Spielzeug erkennbar sind.
    Letztendlich ist es aber auch hier wieder so: Es ist Unsinn ob die Dinger nun gekennzeichnet sind oder nicht. Denn wer damit wirklich einen Überfall begehen will, der wird den roten Bereich abkleben, überlackieren, was auch immer.
    Deswegen ist selbst die Forderung nach einer klaren Kennzeichnung Unsinn, denn wo führt das hin?
    Die Verbrechen werden damit trotzdem begangen und das bietet dann der Politik wieder die Möglichkeit ein Verbot anzustreben, weil „die Kennzeichnung ja nicht ausreicht“.
    Also falls euch mal jemand auf die Kennzeichnung anspricht: Direkt als Unsinn abbügeln, der Politik nur weitere Türen öffnet, um Verbote durchzusetzen.

    Wollte ich noch angemerkt haben…

    Grüße aus .de,
    Marc

    • Deswegen ist selbst die Forderung nach einer klaren Kennzeichnung Unsinn, denn wo führt das hin?

      Ganz abgesehen davon, daß man ganz leicht scharfe Waffen als „Softgun“ kennzeichnen könnte. Angemalt ist so ein Pumperer ja schnell …

  11. …..und der oberste Gewerkschafter, bekommt als Zeichen seiner Würde, den bronzenen Hirtenstab, den goldenen bekommt die Frau Innenminister – Ähnlichkeiten zum Papst sind gegeben….

  12. Aber irgendwie gibt mir die frabante Ähnlichkeit der Softguns mit echten
    Faustfeuerwaffen schon ein wenig zu denken,auch die der Schreckschuss
    Waffen – was oft tragisch endet :
    In Deutschland wurde einmal ein Taxilenker bei einem Überfall mit einer
    Waffe bedroht.In Notwehr feuerte der Taxifahrer mit einem Schreckschuss
    Revolver auf den Angreifer.Daraufhin schoss der Räuber mit einer
    echten Pistole auf den Taxilenker und tötete ihn……………..

    • Tut mir leid – aber in dem Fall war der Taxler schlicht ein Volltrottel!

    • Diese Geschichte geistert immer wieder in diversen Diskussionsforen herum wenn es um das Thema Replikawaffen geht.
      Haben sie da genauere Anhaltspunkte wann und wo das passiert sein soll?
      Gibt es Aussendungen von den Medien die über solch einen Vorfall berichtet haben?
      Wäre für mich persönlich interessant wo diese Geschichte herkommt oder ob sie gar nur ein Hoax ist.

  13. …der gewerkschaftliche Erguss war zu erwarten, aber die Umerziehung zu Schafen, schreitet ohnehin zügig voran.
    Ich sehe dann schon die Polizei mit Schäferstock, Schäferhund und Luis Trenker Hut, auf uns aufpassend – allerdings bei magerem Schäferlohn, durch die Gassen stolpern, so von einem Schafsmisthaufen zum Anderen….

  14. Pingback: Wo brennt’s? | GunNews

  15. Aber nicht nur der ORF ist so blöd. Im Kurier hat der Polizeigewerkschafter Greylinger dieselbe Fordernung erhoben. Verbot der Softguns. Naja – wenn das sogar die Polizei sagt . . .

    • Naja – wenn das sogar die Polizei sagt . . .

      Bei aller Liebe zur Polizei – aber was irgendein FSG-ler sagt oder nicht sagt ist nicht wirklich relevant!

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