Was Hänschen nicht lernt …

… lernt Hans nimmermehr! Ein alter Spruch, der zum großen Teil stimmt: Wer etwas beizeiten vernünftig lernt, den begleitet dieses Wissen ein Leben lang. Im fortgeschrittenen Alter tut man sich schon etwas schwerer damit, neue Dinge zu lernen, hinzu kommt, daß man sich da womöglich schon falsche Dinge, schlechte Angewohnheiten, angeeignet hat und es sehr schwer ist, solche festgefahrenen Defizite auszumerzen. Das gilt natürlich für alle Bereiche, besonders aber für den Umgang mit Schußwaffen!

Wer von allem Anfang an etwa die Regel „Finger lang!“ verinnerlicht hat, dem geht das so in Fleisch und Blut über daß er gar nicht auf die Idee käme, den Finger an den Abzug zu legen – es sei denn die Waffe liegt im Ziel und der Entschluß zu schießen ist gefallen! Das geht bei manchen Leuten (zu denen ich mich auch zähle) so weit, daß man unbewußt sogar beim Akkuschrauber in den Arbeitspausen „Finger lang“ macht. („Wie halts denn du den Schrauber komisch?“ habe ich schon des öfteren gehört …)

Vor dem Hintergrund dieser Tatsache ist auch ein Vorstoß der National Rifle Association (NRA) in den USA zu begrüßen, wo Billy Johnson in einem Video die Frage aufwirft, ob man nicht vielleicht Schießen zu einem Pflichtfach in der Schule machen, man also schon den Kindern den sicheren und verantwortungsvollen Umgang mit Schußwaffen mit auf ihren Lebensweg geben sollte:

(…) Gun policy driven by our need for guns would insist that we introduce young people to guns early and that we give them the skills to use firearms safely. Just like we teach them reading and writing, necessary skills, we would teach shooting and firearm competence. It wouldn’t matter if a child’s parents weren’t good at it – we’d find them a mentor. It wouldn’t matter if they didn’t want to learn – we would make it necessary to advance to the next grade. (…)

(Waffenrechtspolitik, die aus unserem Bedarf nach Waffen heraus betrieben wird, würde vorsehen, daß wir junge Menschen schon früh an Waffen heranführen und daß wir ihnen das Können vermitteln, sicher mit Waffen umzugehen. So wie wir ihnen Lesen und Schreiben – notwendige Fähigkeiten – beibringen, würden wir sie in Schießen und Waffenkenntnis unterrichten. Es würde keine Rolle spielen, wenn die Eltern das nicht können – wir würden ihnen einen Lehrer zur Seite stellen. Es würde keine Rolle spielen, wenn die Kinder das nicht lernen wollen – wir würden das als Voraussetzung für den Aufstieg in die nächste Schulstufe verlangen.)

Das sind natürlich – selbst für die USA – unerfüllbare Forderungen, es ändert aber nichts daran, daß die zugrundeliegende Idee gut und vernünftig ist: Wenn man nicht möchte, daß Kinder ihr „Wissen“ rund um Waffen aus dem Fernsehen oder aus Computerspielen beziehen, dann muß man eben andere Wege gehen. Und was wäre da besser geeignet, als Kindern in aufnahmefähigem Alter unter kompetenter Aufsicht und in einem sicheren Umfeld die Grundlagen der Waffenhandhabung verpflichtend beizubringen?

Wenn die Kinder lernen, daß von Waffen bei falscher Bedienweise Gefahr ausgeht, wenn sie erleben, welche Wirkung ein Schuß hat, wenn sie begreifen, daß der Gefährdungsbereich einer Schußwaffe größer ist, als das Auge reicht – wäre das denn schlecht?

Außerdem – und das ist ein ganz wichtiger Punkt – schießen Kinder sehr gerne! Wie oft habe ich schon erlebt, daß Kinder auf dem Schießstand (oft nach anfänglichem Zögern) voller Begeisterung Serie um Serie auf dem Kleinkaliberstand geschossen haben, mit welcher Konzentration und Disziplin sie dabei ans Werk gehen und wie viele davon nach einem einmaligen „Schnupperschießen“ im Lauf der Zeit zu begeisterten Sportschützen geworden sind!

Doch zurück zu dem Video von Billy Johnson, diese Idee eines verpflichtenden Schießunterrichts für Kinder ist nämlich aus einer grundsätzlichen Überlegung heraus entstanden:

(…) The point is, that as a country we often write policy to protect access to something: education, parks, jobs. But for one of the most important protections, a constitutional right, we write policy to limit access. Among 2nd Amendment supporters it’s common to talk about US gun policy. We worry, that policies will encroach on our rights. We share our concerns about overreaching gun policy that fails to make any of us safer, but we don’t spend nearly enough time asking what is the purpose of policy, and what should the purpose of gun policy be.

We don’t have a US gun policy, we have a US anti-gun policy. Our policies are designed around the assumption, that we need to protect people from guns, that guns are bad or dangerous. But what would happen if we designed gun policy from the assumtion that people need guns, that guns make people’s lives better? Let’s consider that point: Gun policy driven by the people’s need for guns would seek to encourage people to keep and bear arms at all times. Maybe it would even reward those who do so. What if instead of gun-free zones, we had gun-required zones? (…)

(Es ist so, daß wir als Staat oft Gesetze erlassen um den Zugang zu etwas zu schützen und zu erhalten: Bildung, Erholungsflächen, Jobs. Für einen der wichtigsten Schutzmechanismen aber, für ein verfassungsmäßig garantiertes Recht, schreiben wir Gesetze um den Zugang zu erschweren. Unter Anhängern des 2nd Amendment (2. Verfassungszusatz der USA, Anm.) ist es alltäglich, die Waffenrechtspolitik der USA zu diskutieren. Wir sorgen uns, daß Gesetze unsere Rechte beschneiden könnten. Wir teilen unsere Befürchtungen bezüglich  überbordender Waffenrechtspolitik die unser Leben nicht sicherer macht, wir machen uns aber viel zu wenige Gedanken darüber, was eigentlich die Aufgabe der Gesetzgebung ist, und was überhaupt die Aufgabe der Waffengesetzgebung ist.

Wir haben keine US-Waffengesetzgebung, wir haben eine US-Anti-Waffengesetzgebung. Unsere Gesetze fußen auf der Annahme, daß wir die Menschen vor Waffen schützen müssen, daß Waffen böse oder gefährlich sind. Was würde aber geschehen wenn die Waffengesetzgebung davon ausginge, daß die Menschen Waffen brauchen, daß Waffen das Leben der Menschen verbessern? Überlegen wir einmal: Waffengesetzgebung die davon ausgeht, daß die Menschen Waffen brauchen, würde den Besitz und das Führen von Waffen zu jeder Zeit fördern. Womöglich würde sie das sogar belohnen. Was, wenn wir statt waffenfreien Zonen vielmehr Bereiche hätten, wo Waffen gewünscht sind?) (Übersetzung: © dagarser)

Sehr kluge und richtige Gedanken, man kann es natürlich auch sehr kurz formulieren: Wir bauchen überhaupt kein Waffengesetz – Mord und Totschlag sind ohnehin verboten!

Abschließend hier noch das Video von Billy Johnson:

16 Antworten zu “Was Hänschen nicht lernt …

  1. Pingback: Wochenrückblick 31/2014 | dagarser

  2. Ernest Wimmer

    Schließe mich den Kommentaren an:was man als Jugendlicher lernt,bleibt für immer haften:auch der vernünftige Umgang mit Schußwaffen!

  3. Im Vergleich zu vielen Tschapperln von heute, hatte ich eine wunderbare, glückliche Jugend. Ich kann mich an mein erstes Messer genauso erinnern, wie an meine erste Luftpistole. Mit dem zweiten Messer den ersten Bogen geschnitzt, etc.
    Das gehörte ebenso zu meiner „Ausbildung“ wie der Umgang mit Tieren.

    Man würde doch ein Kind auch nicht ins Leben hinausstoßen, ohne ihm das Schwimmen beizubringen.

    BTW Beim Arbeiten am Schießstand konnte ich schon oft beobachten, daß der lange Finger am Akkuschrauber weit verbreitet ist.

  4. Also, auch ich habe unserer Tochter bereits im Volksschulalter den (sicheren) Umgang mit Schußwaffen beigebracht. Und habe ihr zwei Merksätze mitgegeben: 1. Du nimmst eine Schußwaffe zur Hand, für dich ist sie geladen…..2. Du richtest den Lauf einer Waffe nur gegen ein Lebewesen wenn du darauf schießen willst oder mußt……
    grüsse
    sousek

  5. Auf unserem Schießstand hatte sich einmal ein Lehrer mit seiner Klasse
    an einem Nachmittag zum Luftgewehrschießen angemeldet.Die Buben
    waren begeistert.Doch wie ich später von den Pädagogen erfuhr – waren
    einige Eltern überhaupt nicht mit dem Besuch am Schießstand einverstanden.Allen kann man es eben nicht recht machen.Ihm war es wichtig den Schülern etwas Besonderes zu bieten und den schönen Schießsport den Jungen etwas näher zu bringen.

  6. Es ist ja schon irgendwie gesellschaftlich verankert Kindern und Heranwachsenden vorzuleben und zu erklären wie man sicher mit allerlei an sich sehr gefährlichen Dingen umgeht: Strom, Wasser, Druckgase, schwebende Lasten, brennbare Flüssigkeiten, offenes Feuer, Pyrotechnik etc,….

    Das ist ein wesentlicher beitrag zum Erwachsenwerden und ein jeder kann sich von diesen Dingen ein eigenes Bild machen. Da ist nicht nachvollziehbar, warum dieses ausgerechnet für Waffen aller Art nicht gelten soll!

    Peter

  7. Frank-M. Wolf/pancho lobo

    hola amigos,
    dort wo Kinder mit Waffen aufwachsen lernen diese auch Respekt vor den Gefahren die bei der (unsachgemäßen) Benutzung ausgehen kann, und zugleich Verantwortung für ihr tun, Disziplin und Beherrschung sind dann auch selbstverständlich.

    Ich habe 2 Töchter (34 und 32) und ein Sohn (31) alle 3 sind KEINE Meuchelmörder geworden, trotzdenm dass sie von klein an mit Waffen
    aufgewachsen sind…und natürlich spielen sie auch CounterStrike und andere Spiele wo viel geschossen wird.
    Alle 3 waren im Schützenverein und haben dort schiessen gelernt (streng nach WaffG), mein Sohn ist derjenige mit dem ich immer auf Wettkämpfe
    auftauche, die Töchter haben mittlerweile andere Interessen.
    Meine beiden Enkelkinder (J 7 und M 6) haben auch schon ihre ersten Spielzeugwaffen…

    Ich selbst habe als Kind „Krieg“ und „Cowboy und Indianer“ gespielt, es ging nicht immer ohne „kleine“ Verletzungen aus…weil wir nicht nur Pfeile und Bogen sonder auch Katapult mit kleinen Steine benutzten, es war eine schöne Zeit: als 8 Jähriger Nachmittags 15:00 aus`m Haus und zu Abendbrot wieder zurück, und meine Mutter wusste die ganze Zeit nicht wo wir uns gerade rumtrieben und was wir machten (war auch besser so), aber das Vertrauen in uns war vorhanden, unere Kinder haben wir mit der gleichen Methode großgezogen; Vertrauen durch Selbstverantwortung und Kenntniss der Grenzen.
    saludos de Frank-M. Wolf /pancho lobo

  8. ….im Zuge jahrzehntelanger Erfahrung Schießausbildung, kamen zu mir auch Familien mit halbwüchsigen Kindern zu Schießkursen, dieser im Beitrag einfachen Logik folgend, Wissen schafft Sicherheit und offener Umgang damit, verhindert die Aura des Verbotenen.
    Immer in Erinnerung blieb mir ein 11 jähriges Mädchen, welches mit Papas TZ 6,35mm schoß, Double Action auf 10m, und nachdem sie eine Weile fast Loch in Loch schoß, sie damit begann, auf der Scheibe zu streuen. Ich konnte keinen Fehler erkennen und so fragte ich sie, was denn nun sei?
    Sie nahm mich zur Seite und sagte: Ich darf nicht besser Schießen als mein Papa, denn sonst nimmt er mich womöglich nicht mehr zum Schießen mit…

    • Äh… hätte meine Tocher sein können. Die schießt heute noch, allerdings KW, weit besser als ich!! Sie hat es auch von der Pike auf gelernt : Luftpistole, KK und nun GK. Wenn sie dann mal Zeit findet mit mir zusammen schießen zu gehen, können wir die Standbeleuchtung aus machen… ihre Augen strahlen hell genug!

  9. Hat dies auf pwaldi rebloggt und kommentierte:
    Früh übt sich…,

  10. Hat dies auf Katja Triebel rebloggt und kommentierte:
    … lernt Hans nimmermehr! Ein alter Spruch, der zum großen Teil stimmt: Wer etwas beizeiten vernünftig lernt, den begleitet dieses Wissen ein Leben lang. Im fortgeschrittenen Alter tut man sich schon etwas schwerer damit, neue Dinge zu lernen, hinzu kommt, daß man sich da womöglich schon falsche Dinge, schlechte Angewohnheiten, angeeignet hat und es sehr schwer ist, solche festgefahrenen Defizite auszumerzen. Das gilt natürlich für alle Bereiche, besonders aber für den Umgang mit Schußwaffen!

  11. Pingback: Was Hänschen nicht lernt … | GunNews

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