Blanker Hohn

Scan aus "Heute" vom 06.10.2014

Scan aus „Heute“ vom 06.10.2014

Gestern waren im durch Werbung finanzierten Gratisblatt „Heute“ wieder ein paar „alte Bekannte“ abgebildet – nämlich die hier schon unter „Wie das Bundesheer spart“ vorgestellte Militärhundeführerin, ihr Hund, der Gardist und der UNO-Soldat. Den Sanitäter, den Pionier und den Piloten haben sie offensichtlich schon eingespart, dafür strahlt eine Vater-Mutter-Kind-Familie mit den verbliebenen Soldaten um die Wette. Auch schön, vor allem der dazugehörige Slogan: „UNSER HEER sorgt für Ihre Sicherheit!“ Wie beruhigend.

Wie allumfassend „UNSER HEER“ das laut dieser Anzeige tut, ist natürlich auch angegeben:

Von der militärischen Landesverteidigung und dem Schutz unserer Infrastruktur über die Hilfe bei Katastrophen bis zum humanitären Engagement im Ausland – unser Heer sorgt für Ihre Sicherheit.

Vier Lügen in einem einzigen Satz – Respekt, der Werbetexter hätte sicherlich auch in einem anderen Propagandaministerium zu Recht verfluchter Tage eine ausgezeichnete Figur abgegeben!

Sehen wir uns die Lügen aber einmal einzeln an:

  • Die „militärische Landesverteidigung“: In einem Land, das Wien näher liegt als Vorarlberg, findet gerade ein heftiger militärischer Konflikt statt. Würde sich dieser Konflikt ausweiten, dann hätte „unser Heer“ aktuell gröbste Schwierigkeiten, den Sprit aufzubringen um Truppen zur Sicherung an die Grenze zu verlegen. Von der Überwachung bzw. Verteidigung unseres Luftraumes ganz zu schweigen. Wie kann man da behaupten, „unser Heer“ könne für unsere Sicherheit sorgen?
  • Der „Schutz unserer Infrastruktur“: Wahrscheinlich ist hier die wirtschaftliche und soziale Infrastruktur gemeint, also der Schutz von Fabriken, Verkehrseinrichtungen, Spitälern, öffentlichen Einrichtungen, etc.. Abgesehen davon, daß das kaputtgesparte Bundesheer wohl auch damit überfordert wäre, gibt es auch so etwas wie eine „wirtschaftliche Landesverteidigung“ – wie das mit Kasernenschließungen und den damit einhergehenden Verlusten von Arbeitsplätzen und an Wertschöpfung gerade in ohnehin strukturschwachen Regionen in Einklang zu bringen ist, ist nicht nachvollziehbar. Wie schützt „unser Heer“ da unsere Infrastruktur?
  • Die „Hilfe bei Katastrophen“: Ein gigantisches Hochwasser, ein verheerender Lawinenabgang, ein furchtbares Erdbeben – wie sollte „unser Heer“ da heute helfen können? Da können Kaderpersonal und Präsenzdiener noch so motiviert sein und hohen persönlichen Einsatz zeigen – wenn sie außer ein paar Sandsäcken und Schaufeln nicht das geeignete Material zur Verfügung haben, dann können sie auch nicht für unsere Sicherheit sorgen. Aber vielleicht können sie ja als Anhalter bei der Freiwilligen Feuerwehr mit an den jeweiligen Unglücksort fahren. Die Black-Hawk-Hubschrauber beispielsweise, die sich ihre „Sporen“ beim Lawinenunglück von Galtür verdient haben, fliegen nämlich auch nicht mehr lang (Die Presse) und die Pioniere sind auch alles andere als einsatzbereit (Der Standard).
  • Das „humanitäre Engagement im Ausland“: Ganz abgesehen davon, daß österreichische Soldaten derzeit mit einem polnischen Billig-Charter in den Einsatz geflogen werden müssen (ORF) – wenn für Auslandseinsätze kein Geld da ist und die Sicherheit im eigenen Land nicht mehr gewährleistet werden kann, dann müssen diese Auslandseinsätze eben unterbleiben! „Unser Heer“ ist nämlich in erster und vorderster Linie für unsere Sicherheit da und nicht für „humanitäres Engagement“.

Unser Heer“ möchte sehr gerne für „unsere Sicherheit“ da sein, davon bin ich überzeugt und das weiß ich auch. Das hat sehr lange auch recht gut funktioniert, obwohl unser Bundesheer schon seit seinen Anfängen als „B-Gendarmerie“ von einer verantwortungslosen Politik am ausgestreckten Arm ausgehungert und immer wieder torpediert wurde. Jetzt aber ist „unser Heer“ am Ende.

Das weiß auch Verteidigungsminister Klug, das Heer sei „am Boden des Fasses“ angekommen (Der Standard), so der glücklose Nachfolger des Wehrdienstverweigerers in der Rossauer Kaserne. Diese Einsicht Klugs ist aber wertlos, solange er nicht die richtigen Konsequenzen daraus zieht: Natürlich muß auch im Bereich der Landesverteidigung – wie in allen anderen Bereichen – vernünftig gewirtschaftet werden, natürlich muß man auch dort sparen, wo es möglich ist.

Als Ressortverantwortlicher muß Gerald Klug aber auch klar und deutlich sagen, wenn Einsparungen schlicht und ergreifend nicht möglich sind, wenn es soweit ist, daß die Sicherheit in diesem Land und somit der verfassungsrechtliche Auftrag des Österreichischen Bundesheeres nicht mehr gewährleistet werden können. Da muß ein Verteidigungsminister für sein Ressort – und für sein Land – kämpfen, wenn er das nicht kann oder will, dann soll er zurücktreten und den Weg für jemanden freimachen, der womöglich mehr als nur sein politisches Weiterkommen im Sinn hat!

Stattdessen aber fortlaufend Inserate in SPÖ-nahen Billig- bzw. Gratismedien zu schalten und der Bevölkerung eine real nicht existierende Sicherheit vorzugaukeln ist nichts weiter als blanker Hohn. Das hat sich das Österreichische Bundesheer nicht verdient, die Republik Österreich schon gar nicht!

Übrigens: Die oben abgebildete Anzeige hat wieder 12.261 Euro gekostet. Das Verteidigungsministerium erhält für die „Einquartierung“ von Giraffen (!) aus dem Schönbrunner Tiergarten auf dem Gelände der Maria-Theresien-Kaserne 9.900 Euro im Jahr (ORF). Geht sich also nicht einmal für eine einzige dieser Anzeigen aus. Vielleicht sollte der Minister weitere „tierische Dependencen“ in seinem Verantwortungsbereich erwägen um so etwas Geld in die leere Kassa zu bekommen. Ein Saustall etwa würde sich geradezu anbieten …

14 Antworten zu “Blanker Hohn

  1. Ich hoffe, bei dieser Schocknachricht handelt es sich um einen Irrtum.

  2. Ich hoffe es klappt diesmal.

  3. Im heutigen „ÖSTERREICH“, noch so einem regierungsgestützten periodischen Druckwerk, ist dieselbe Anzeige wie gestern in „Heute“ erschienen. Dieselben Lügen verbreitet, wieder zwischen 10.760 und 11.170 Euro in den Sand gesetzt …

  4. Ist hier ähnlich. Die Bundeswehr ist so marode, dass vermutlich sogar Luxemburg das ganze Land in weniger als 24 Stunden überrennen könnte.

    • Falsch Semper Fidelis. Die Luxemburger bräuchten einen Tag länger. Die KiKa-Kompanien sind nicht zu unterschätzen…;-)

      • Na toll…hier läuft was schief 😦

        • Ja – da war irgendwo der Wurm drin! Habe laufend Benachrichtigungen über neue Kommentare erhalten, die sind aber hier nicht erschienen – und jetzt alle auf einmal!?

          Egal. Jetzt ist ja alles da, ich werde die doppelten Kommentare entfernen.
          Danke jedenfalls für die Geduld und Ausdauer!

    • Falsch Semper Fidelis. Die Luxemburger bräuchten einen Tag länger. Die KiKa-Kompanien sind nicht zu unterschätzen…;-)

      Und womit sollten wir uns eigentlich verteidigen? Die Infrastruktur der BW ist logistisch unterwandert. Unsere funktionsfähigen Waffen an terroristischen Länder verschenkt und die Waffenindustrie von der Opposition unterwandert.
      Tacheles: wenn es in Deutschland knallen wird, sind nur wir LWB fähig Wiederstand zu leisten… ICH bin bereit 🙂

  5. …..irgendwo habe ich heute gelesen, daß 183 Abgeordnete 160 Generäle verantworten…gäbe drei kriegstarke Kompanien für den Auslandseinsatz…im grenznahen Raum – zur Osttürkei….fehlen würden die keinem…

  6. Man sollte ganz oben anfangen zu sparen, am Besten bei dem Klug- der auch nur so heißt und nur eine rote Marionette der rot-grün-schwarzen Verräter-Politik ist. Die unnötigen Generäle und sonstige über und über Gold-betressten Wichtigtuer der obersten Etage beziehen nur viel Gehalt und bringen -0- Leistung (wobei sollten sie auch was leisten) und könnten auch eingespart werden. Die wirklichen Leistungen werden ja, so wie heutzutage überall nur- und ausschließlich- von den einfachen, gewöhnlichen, minder bezahlten Untertanen erbracht.

  7. In den 60er Jahren hatte die Bundesgendarmerie von ganz Österreich
    nur einen General: Gendarmerie General Kimmel und der saß in Wien.
    Heute hat das Bundesheer über 100 Generäle – da solte man mit der
    Einsparung anfangen,denn die kosten viel Geld – und nicht den Fuhrpark
    abspecken !

  8. ….daß ein BEAMTENHEER mit 120 Generälen nicht tragbar ist, ist sicher.
    Daß ein Heer von einem Wehrdienstverweigerer absichtlich kaputt gemacht wird, war vorhersehbar. Daß ein starkes Miliz – Heer, ähnlich der Schweiz, ohne großen Berufskader billiger und volksnäher wäre, ist politisch nicht erwünscht.
    Wenn sich Parteien schon seit Jahrzehnten ihre Scheibchen beim Kauf von Luftgeräten abzweigen, dann wird es irgendwann eng, aber keiner sagt was und zeigt auf, denn alle waren dabei – scheinbar ohne Grüne – was für ein Unglück…
    Die Politik macht was sie will und keiner sagt was, in Österreich, wie auch in der EUdssR.
    Wir sind offensichtlich diese Idioten, für welche man uns hält…
    Anfangen tut das alles damit, weil wir an Autoritäten glauben.
    Alleine dieser Glaube an die Autorität des Staates, der Staaten ermöglicht es dieser Saubande uns zu gängeln und zu verarschen und zwar nach Strich und Faden….

  9. Pingback: Blanker Hohn - GunNews

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