Tiefer geht’s nimmer

Es ist erreicht! Der Tiefpunkt des österreichischen Journalismus ist erreicht. Wir sind am Boden angekommen und tiefer geht’s nimmer.
Das widerliche Schmierblattel, das täglich den Namen unseres Vaterlandes auf der Titelseite in den von ihm produzierten Dreck zieht, hat den Beweis seiner unsäglichen Niederträchtigkeit geliefert.
Unser lieber Freund Richard Temple-Murray ist von uns gegangen und gestern haben wir ihm die letzte Ehre erwiesen. Still, würdevoll und andächtig, wie es sich gehört. Die Kirche war voll, alle seine Freunde, denen es möglich war, haben von ihm Abschied genommen.
Und am Tag des Begräbnisses berichtet dieses Schandblatt, dieser Auswurf journalistischer Idiotie und Niedertracht über seinen Tod. Die Titelzeile:
„Waffennarr erschoß sich vor Exekutor“
Richard Temple-Murray ist also ein Waffennarr für diese Dreckschreiber, für diese Sudelbande.
Er war es nicht. Er war kein Narr, er war ein aufrechter Kämpfer für die Menschenrechte, für die Demokratie und für eine klügere, bessere Welt.
In der Kirche habe ich ihm einige Worte widmen dürfen. Am Ende meiner Ansprache habe ich gemeint, daß jeder Mensch die Pflicht habe, diese Welt nur dann zu verlassen, wenn er sie um ein weniges besser gemacht habe.
Richard hat diese Welt vielleicht nicht besser machen können, aber hat sie wenigstens etwas klüger gemacht.
Er ruhe sanft.
Wir werden ihn nicht vergessen und wir werden seiner noch gedenken, wenn dieses Drecksblatt endlich auf dem Kompost der Pressegeschichte gelandet ist.

9 Antworten zu “Tiefer geht’s nimmer

  1. Ich glaube den Richard hätte es nicht besonders überrascht, dass die von ihm ofters bloßgestellte Journaille ihm auf’s Grab pinkelt. Ein gefundenes Fressen für diese Art Geier.
    Unlängst habe ich irgendwo in einem Kommentar auf einem Waffenrechtsblog den Vorschlag gelesen, doch im deutschsprachigen Raum etwas ähnliches wie den „Armed Citizen Blog“ der NRA ins Leben zu rufen. Einen Blog also, auf dem Begebenheiten gesammelt werden, wo eine Waffe Leben gerettet hat. Quasi als Gegenpol zur Systempresse, die ja bekanntlich nur auf Touren kommt, wenn jemand durch Schußwaffen ums Leben kommt.
    Ich dachte mir, vielleicht wäre das eine schöne Sache für Richards nun – im Wortsinne – verwaisten Blog?

    Bleibt mir nur noch zu sagen: Ruhe in Frieden, lieber Richard!

  2. Wir alle wissen welche Lücke Richard hinterlassen hat, aber ich denke das Wichtigste ist ER bleibt in unseren Herzen.

  3. Es hat sich nichts geändert: Schmierblatt bleibt Schmierblatt.

    Heinrich Böll veröffentlichte 1974 „Die verlorene Ehre der Katharina Blum“ und schrieb in seinem Vorwort: „Personen und Handlung dieser Erzählung sind frei erfunden. Sollten sich bei der Schilderung gewisser journalistischer Praktiken Ähnlichkeiten mit den Praktiken der Bild-Zeitung ergeben haben, so sind diese Ähnlichkeiten weder beabsichtigt noch zufällig, sondern unvermeidlich.“ (Bild ist das deutsche Pendant zu eurem Schmierblatt)

  4. ….im Grunde sind wir Konsumenten darüber bestimmend, ob so ein „Stürmer“ gelesen wird, oder nicht.
    Leider trifft es auf einen Großteil der Medien zu, gekaufte Meinungen zu verbreiten, denn ansonsten bekommst du als Journaillist schlicht keinen Job.
    Einige der ganz unfähigen kleinen Ratten, glauben halt dann ihrem Herrn besonders gefallen zu können, wenn sie „stürmergeifernd“ Gift aus ihrer Feder spritzen lassen – die Hände mögen ihnen abfallen….
    Leider zeigen uns diese Gratismachwerke auch, wie hoffnungslos, wiederstandslos wir geworden sind und wie hoffnungsvoll herausragend Menschen wir unser Richard im Gegensatz zu denen war.
    Das war ein echter Verlust und ich habe Tage gebraucht um es zu begreifen.

  5. Frank-M. Wolf/pancho lobo

    hola amigos,
    ich bin immer noch sehr traurig…

  6. Erik Fridjoffson

    Früher wurden Studienabbrecher Reporter, mittlerweile hab ich das Gefühl, das sind Kindergartenabbrecher

  7. Bei Hamstern werden nicht überlebensfähige Neugeborene von der Mutter totgebissen, bei Menschen werden sie Redakteure oder Politiker.
    Deshalb ist mir jeder schwindsüchtige Nager lieber als alle Kotzbrocken aus Politik und Journaille zusammen.

  8. „Wer die Vergänglichkeit der Welt erkennen will, sollte alte Zeitungen lesen. Wie unwichtig ist hinterher alles, was einmal so wichtig gewesen ist.“ [William Somerset Maugham]

    Es ist meiner Meinung nach zwar wahnsinnig ärgerlich, wenn entsprechende Schmierfinken sich öffentlich austoben dürfen, allerdings dürften die Leser hier das vernünftig zu unterscheiden wissen!

    Ansonsten werden wir seine vorzüglichen Artikel sowie seine spitze Feder nicht vergessen und vor allen Dingen sehr vermissen!

Hinterlassen Sie einen Kommentar!

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s