Was dahinter steckt

„Was dahinter steckt“ ist der  Titel der Kolumne von Ernst Trost in der „Kronen Zeitung“, sie erscheint dort schon seit der (Neu-) Gründung des Blattes 1959. Seit über fünf Jahrzehnten also berichtet Trost über Politik, viel muß ihm dabei untergekommen sein, viele Schwenks der Blattlinie hat er mitgetragen. Derzeit ist die „Krone“ gerade wieder einmal „pro-EU“ eingestellt, also auch für die europaweite „Schuldenbremse“.

Da heißt’s jetzt natürlich fest auf alle hinzupecken, die diese Meinung nicht teilen, so etwa schrieb Ernst Trost am vergangenen Sonntag in seiner Kolumne über die Ablehnung der Schuldenbremse durch Großbritannien u.a. folgendes:

… So ganz zugehörig haben sich die Briten ohnehin nie gefühlt. Statt den Idealen einer europäischen Einheit anzuhängen, war ihnen stets nur der freie Zugang zum gemeinsamen Markt wichtig. Und wann immer es um Souverenitätsbeschränkungen ging, haben sie gebremst und blockiert. Sie lehnten Schengen ab und behielten ihr Pfund. Ja, Margaret Thatcher erzwang von der Union sogar einen Beitragsrabatt. …

Sowas aber auch! „Die spinnen, die Briten“ hat der Asterix gesagt, der wußte das schon lange vor dem ebenfalls von Trost zitierten Charles de Gaulle der „zweimal, 1963 und 1967, sein Nein zum EWG-Beitritt der Briten aussprach“.

Über Sinn und Unsinn der Haltung Großbritanniens zur „Schuldenbremse“ will ich mich hier nicht auslassen, das ist nicht mein Metier, zu dem zitierten Text fällt mir aber doch einiges ein: Zugehörig haben sich die Briten nicht gefühlt, schreibt Trost, nach meinen bescheidenen Erfahrungen mit der Insel ist das zutreffend. Ist das aber schlecht? Der freie Zugang zum gemeinsamen Markt war ihnen immer wichtig – potz Donner, und das in einer Wirtschafts-Gemeinschaft! Ja hat’s die, oder kriegt’s die? Den Idealen einer europäischen Einheit sind sie auch nie angehangen, jo derfen’s denn des? Das schlimmste überhaupt: Souverenitätsbeschränkungen haben sie auch immer abgelehnt, sie sogar gebremst und blockiert! Das ist ja wohl die Höhe! Und bezahlt haben die Negeranten auch nicht die volle Maut. Unfassbar.

Kann es nicht sein, daß die derzeitige europäische Krise eben in der Abkehr von der Besinnung auf den gemeinsamen Markt, hin zu dem Versuch der Schaffung eines europäischen Utopia, wo alle gleich sind und einander lieb haben, begründet liegt? Kann es nicht sein, daß die Souveränität den Bürgern der Europäischen Union wichtig ist und die ständigen Bestrebungen der EU, einen Einheitsstaat zu schaffen dem entgegenstehen? Kann es nicht sein, daß die Bürger sich zu Recht fragen weshalb es in den einzelnen Mitgliedsstaaten der EU überhaupt noch nationale Parlamente und Regierungen gibt, wenn doch eh alles von Brüssel diktiert wird? Kann es nicht sein, daß die ausufernde Brüsseler Bürokratie eine erhebliche Mitschuld an der derzeitigen Krise hat?

Die Europäische Wirtschaftsgemeinschaft war eine gute Idee, der Versuch, den Wirtschaftsstandort Europa als starken Partner gegenüber den USA, später auch Asien, zu positionieren. Weshalb man diese Idee derartig gegen die Wand gefahren hat weiß ich nicht. Cui bono?

4 Antworten zu “Was dahinter steckt

  1. Die Visionen von „Vereinigten Staaten von Europa“ vom 19. Jh bis in die frühe Nachkriegszeit gingen in RIchtung einer föderalen Wirtschaftsunion. Der jetzigen Bürokratie-Koloss, der die Bürger entmündigt, ist weit davon entfernt.

  2. EU ist die Abkürzung für: EUROPAS UNTERGANG

  3. Länder, die der EU Diktatur nicht angehören, stehen heute viel besser da als wir armen Vollzahler, die ohnehin nichts zu sagen haben und noch dazu Politiker ohne Rückgrat, aber mit großer Geldgier haben. Es wäre höchste Zeit, aus diesem unnötigen Verein- in den wir hineingelogen wurden- auszutreten. Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende.

  4. »Kann es nicht sein, daß die ausufernde Brüsseler Bürokratie eine erhebliche Mitschuld an der derzeitigen Krise hat?«

    Sie IST ein Bestandteil der Krise. EU=Europas Unglück. Mehr ist dazu meinerseits nicht zu sagen. Schließlich möchte ich nicht der Verhetzung angeklagt werden – auch wenn es zur EU noch viel zu sagen gäbe. Auch ge»Heisig«t mag ich nicht werden. Ich lebe nunmal recht gerne…

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